Schlagwort-Archive: Vorbereitete Umgebung

Lernort: Montessori Kinderhaus Erding

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Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 habe ich das Montessori Kinderhaus in Erding besucht und dort den Tag der offenen Türe erlebt.

Kinderkrippe und Kindergarten als Lernort

Der respektvolle Umgang mit den Kindern ist der allerhöchste Wert, der in diesem Lernort von allen gelebt wird, sowohl von den Eltern als auch von den ErzieherInnen. Die Kinder entwickeln sich hier zu eigenständigen Persönlichkeiten, indem sie die Ereignisse, die in ihrer Umgebung passieren einfach absorbieren und sie wie ein Schwamm aufsaugen. Durch das Sinnesmaterial und die Vorbereitete Umgebung sowie die inneren Haltung der ErzieherInnen wird diese Entwicklung ermöglicht.

Pädagogische Richtungen und Betreuungsschlüssel

Ein Lernort zeichnet sich durch eine Vielfalt an pädagogischen Einflüssen aus. Im Kinderhaus Erding werden hauptsächlich zwei Richtungen gelebt. Zum einen ist die Montessoripädagogik vorrangig und wird von der Pädagogik nach Emmi Pikler unterstützt.

Die Gruppen sind in der Krippe ca. 12 Kinder und im Kindergarten ca. 18 Kinder (inkl. 4 Integrationskinder) groß und werden jeweils von drei ErzieherInnen begleitet.

Elternarbeit als Teil des Lernkonzeptes

Ein Miteinander von Kindern und ErzieherInnen sowie den Eltern ist ein Element, das diesen Lernort auszeichnet. Die Eltern schließen sich dabei in Arbeitsgemeinschaften (AGs) zusammen und sind für Projekte eine große Unterstützung. Egal ob es in der Wald-AG, Montessori-Material-AG oder anderswo ist, die Eltern werden voll mit eingebunden und können so auch miterleben, wie ihre Kinder in diesem Lernort aufwachsen.

Zweisprachigkeit an diesem Lernort

Neben der Deutschen Muttersprache wird in diesem Lernort auch Englisch gesprochen. Die Kinder erhalten jedoch keinen Unterricht in Englisch sondern werden von zwei Native-Speakerinnen begleitet und nehmen so die Sprache durch ihre Umwelt auf.

Entwicklung nach dem inneren Entwicklungsplan

An diesem Lernort entwickeln sich die Kinder nach ihrem eigenen Entwicklungsplan. Es wird dem eigenen Bauplan der Kinder Vertrauen geschenkt und die Kinder entfalten so ihre Fähigkeiten. Da kommt es auch vor, dass die Kinder bereits vor dem 6. Geburtstag lesen, schreiben, rechnen, philosophieren und viele andere Sachen machen. Es wird auch nicht getadelt oder bestraft sondern in die Selbstkontrolle der Kinder vertraut. Die Kinder dürfen so auch eigene Erfahrungen machen und gehen somit auf eine Entdeckungsreise, die sie wunderbar auf ihr Leben vorbereitet.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und den anderen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Lernort: Freie Schule Anne-Sophie

Logo Freie Schule Anne-Sophie

Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 machte ich mich auf den Weg nach Berlin und besuchte dort am 15. Dezember 2015 die Freie Schule Anne-Sophie.

An diesem Tag fand dort ein Informationsnachmittag mit anschließender Führung durch den Primar- sowie den Sekundarbereich statt. Um einen kurzen Einblick in meine Erfahrung zu erhalten, die ich gerne teilen möchte, habe ich einige Punkte, welche mich beeindruckt haben, nähere ausgeführt.

Grundhaltung der Lernbegleiter/innen* und Lernpartner/innen**

 *Lehrer/in = Lernbegleiter/in

**Schüler/in = Lernpartner/in

Dieser Lernort ist  von Grundhaltungen wie Wertschätzung, Achtsamkeit sowie Lernbereitschaft geprägt. Lernen fürs Leben bietet hier die Möglichkeit, dass jedes Kind die Freie Schule Anne-Sophie als Gewinner verlassen kann.

Vorbereitete Umgebung, Angebote und Individuelles Coaching

Der Lernort wird durch eine gestaltete Umgebung mit vielen Sinnesmaterialien, den verschiedenen Angeboten, wie Musik, Sport, und Kunst sowie dem individuellen Coaching der Lernpartner/innen durch die Lernbegleiter/innen zu einem wahren Lebensort. Durch das Coaching kommt jedem Kind das zu gute, was es braucht. Denn jedes Kind hat andere Bedürfnisse und wird so wahrgenommen, wie es ist.

Bilingualität

Ein weiteres Merkmal, das die Freie Schule Anne-Sophie auszeichnet, ist die Bilingualität in Verbindung mit Native SpeakerInnen. Ab der ersten Jahrgangsstufe wachsen die Kinder zweisprachig – Deutsch und Englisch – auf. Die Sprache wird einfach lebendig und von den Lernpartner/innen sowie den Lernbegleiter/innen gelebt.

Werte werden gelebt

Auch die einzelnen Werte werden hier von Lernbegleiter/innen mit optimaler innerer Haltung gelebt. Somit wachsen die Kinder in einer bestmöglichen Lernwelt zu wunderbaren Persönlichkeiten mit Selbstständigkeit, Eigenverantwortung sowie Sozialen Fähigkeiten  heran. Die Freude am Lernen und der Vertrauen in die Kinder ist in der Freien Schule Anne-Sophie allgegenwärtig.

Entspannte Lernatmosphäre

Es gibt hier Lernhäuser, Lernateliers, Lernfamilien, Lernteams, usw.…. Dadurch kann ein auf dem inneren Entwicklungsplan des Kindes abgestimmtes Lernen ermöglicht werden.

Wissen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Abschließend möchte ich hervorheben, dass die Lernbegleiter/innen der Freien Schule Anne-Sophie über äußerst viel Wissen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verfügen und dies das Fundament für ein gelingendes Lernen und Wachsen darstellt.

Wer mehr über diesen Lernort erfahren möchte kann sich in den unten stehenden Links näher informieren.

Lernort: Integrative Montessorischule an der Balanstraße

Ich befand mich auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 wieder unterwegs auf Reisen. Mein Weg führte mich zur bayerischen Hauptstadt München und dort an die Integrative Montessorischule an der Balanstraße.

In diesem Lernort wird  folgende Punkte besonderen Wert gelegt:
(Für nähere Informationen die einzelnen Punkte anklicken)

Die Vorbereitete Umgebung

Im Zuge einer Schulführung, die von den Kindern geleitet war, habe ich die zahlreichen Räume kennenlernen und das entspannende Flair einer Vorbereiteten Umgebung genießen dürfen. Ein Programmpunkt war auch die Materialdarbietung durch die Kinder. Hier konnte ich hautnah miterleben, wie Kinder das Wissen buchstäblich BEGREIFEN. Besonders fasziniert hat mich die dadurch entstandene Selbstständigkeit der Kinder. Durch diese Art von Lernen kann sich die Persönlichkeit des Kindes mit all ihren Potentialen und Fähigkeiten voll entfalten.

Die Werkstatt der Generationen

In der Werkstatt der Generationen gibt es ein Treffen zwischen Jung und Alt. Gegenseitiges Lernen findet hier statt. Die Kreativität und Innovation der jungen verbindet sich mit der Lebenserfahrung der älteren Generation. Egal ob Basteln, Werken, Lesen, Geschichten erzählen, im Garten zu arbeiten oder Zeit füreinander zu haben, diese Art von Lernen stellt eine Bereichung für beide Seiten dar.

Der Erdkinderplan

Arbeiten auf einem Bauernhof mit all den verschiedenen Facetten, wie Tiere füttern und pflegen, Gartenarbeit verrichten, Obst sowie Gemüse ernten und verarbeiten, Apfelsaft pressen, Holzarbeiten und vieles mehr, das stellt den Erdkinderplan mit seinem lehrreichen Konzept vor. Kinder freuen sich sehr, wenn sie im Laufe des Jahres immer wieder  auf den Bauernhof dürfen. Besonders vorzuheben ist, dass der Erdkinderplan bereits ab dem 1. Jahrgang umgesetzt wird. Je höher der Jahrgang desto intensiver wird die Arbeit am Bauernhof. Da wird schon mal in den Wald gegangen, selber ein Baum gefällt und daraus ein Stuhl gemacht. Mit dieser Art des Lernens wird das reale Leben gelebt und man kann an dem Erfolg seiner eigenen Erzeugnisse wachsen und nimmt sehr viel für die Persönlichkeitsentwicklung mit.

Die verschiedenen Angebote

Zusätzlich ist das Leben in diesem Lernort von zahlreichen Angeboten geprägt. Von der Kletter-AG über Tanz AG, Kreativen AGs bis hin zu Yoga können die Kinder aus verschiedensten musischen, kreativen sowie sportlichen Angeboten wählen. Je nach Interesse und Begabung des Kindes ist für jeden etwas dabei. Durch diese Art des Lernens kommt jedem Kind das zu gute, was seinem eigenen Entwicklungsplan entspricht.

Die Vielfalt an einem Lernort

Obwohl sich der Lernort Montessorischule nennt, sind weitere Konzepte und Ideen eines guten Lernens vorhanden. Der Lernort passt sich den neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung an, übernimmt Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, um Beziehungen zu den Kindern herzustellen und greift Haltungen auf, die für ein Kindgerechtes Lernen stehen. Es werden Aussagen von Gerald Hüther, Magret Rasfeld, Erwin Wagenhofer, Arno & André Stern, usw… aufgenommen und diese konstruktiv in den Lernort miteingebunden. Durch die Vielfalt und den stets neuen Erfahrungen über die Entwicklung von Kindern, schafft es der Lernort die Bedingungen zu schaffen, die ein Kind braucht, um sich auf natürliche Weise entwickeln zu können.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und anderen kreativen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Der wesentliche Baustein: Die Vorbereitete Umgebung

In herkömmlichen Schulsystemen steht zumeist der Leistungserfolg funktionierender, pflichterfüllender SchülerInnen im Vordergrund. Es wird gelernt, was nützlich ist.

In Lernorten der Gemeinschaft liegt der Fokus auf dem sinnstiftenden Lebenswerk des Einzelnen (siehe dazu den Artikel „Erfolg ade, nur das Lebenswerk wirkt“). Die vorbereitete Umgebung ist der Grundstein dieser Lernorte. Was ich erlebt habe, lernen die Kinder dort äußerst entspannt und sind in ihre Arbeit vertieft. Aufgrund der demokratischen Erziehung herrscht dort auch eine harmonische Stimmung unter den Kindern.

Wir von den Lernkulturen sehen die Kinder (mit Einbeziehung der Gehirnforschung, Bindungsforschung und Entwicklungspsychologie) folgendermaßen: Ein Kind trägt bereits mit der Geburt viele Eigenschaften in sich, braucht aber natürliche Bedingungen, unter denen sich diese Merkmale entfalten können.

  • Vergleich um sich das vorstellen zu können: Ein Samenkorn eines Baumes enthält bereits alle Informationen (Farbe der Blätter, Wurzeln, Bildung einer Rinde, Photosynthese, Blätterabfall im Herbst, usw…) in sich. Niemand muss dieser Pflanze beibringen, wie sie wachsen kann. Schafft man für sie die richtigen Bedingungen (Wasser, Erde, Sonnenlicht, Wärme, Entfernung von Unkraut und Krankheiten, usw..) wird sie sich von ganz alleine entfalten und zu einem wunderschönen Baum heranwachsen, der selbständig mit seiner Umwelt klar kommt.

Bietet den Kindern die Vorbereitete Umgebung, in der sie ihren Bedürfnissen nachgehen können, und diese werden sich gemäß ihren Anlagen – über kurz oder lang – zu selbsttätigen, eigenständigen, lernfreudigen sowie harmonischen Menschen entwickeln.

Dabei ist diese Vorbereitete Umgebung mehr als nur ein Raum voll mit Materialien. Neben den Materialien braucht es LernbegleiterInnen mit einer inneren Haltung, die für eine entspannte Lernatmosphäre sorgen und für Strukturen sorgen, die eine ganzheitliche sowie demokratische Entwicklung ermöglichen.

Wer an seinem Lernort eine Vorbereitete Umgebung mit Materialien gestalten möchte, dem helfen sicher folgende Links weiter:

Montessori-Lernwelten
Nienhuis
Spielzeugmacher
Lernmaterial für Kinder
Schubi
Lernwerkstatt – Lippe
Manufaktur für Spielzeug

Bei Fragen oder Anregungen stehen wir von den Lernkulturen 3.0 gerne zur Verfügung. Bitte sendet uns dafür eine kurze Anfrage über unser Kontaktformular.