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„Teaching Thinking“ – Denken macht den Menschen!

Teaching Thinking

Eine der Voraussetzungen für eine gelingende Lernkultur 3.0 sind kulturelle Maßnahmen, die ALLE in Schulen, an Lernorten, in der Gesellschaft, am Leben, beteiligen. Dazu braucht es demokratische Strukturen, die es allen erlauben, an einem Meinungs- oder Entscheidungsprozess teilzunehmen.

Das Buch „Teaching Thinking“ von Robert Fisher gibt uns diese Werkzeuge in die Hand. Durch den philosophischen Zugang wird das kritische Denken angeregt sowie moralische und soziale Werte für einen gemeinsamen Gesellschaftsvertrag gefördert. An jedem Lernort lässt sich durch das philosophische Gespräch eine Atmosphäre der gegenseitigen Anerkennung, Wertschätzung und Teilhabe erschaffen.

„Teaching Thinking“ heißt:

  • Neugierig sein
  • Behilflich sein
  • Kritisch sein
  • Kreativ sein
  • Fürsorglich sein

Wenn das nicht wunderbare Bedingungen für Lernkulturen 3.0 sind!

Hier gibt es einen kurzen Beitrag (auf Englisch) darüber, warum „Denken können“ essentiell für gemeinschaftliche Gesellschaft ist.

Was heißt Lernen?

lernen

  • Lernen ist persönlich. Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, wie er lernt. Die Berücksichtigung verschiedener Lerntypen und verschiedener Lerntempi ist wichtig.
  • Lernen ist lösungs- und ressourcenorientiert. Die Sichtweise des Lernens im kognitiven wie im sozialen Bereich soll auf Lösungen auf Ressourcen gerichtet sein. Was gelingt, wird hervorgehoben. Gelungenes ist Hinweis auf sinnvolle Lernstrategien und weitere Lernerfolge. Dies ist sehr motivierend.
  • Lernen ist aktives Tun. Selber tun, selber erklären, selber Ideen entwickeln, selber Lösungen finden, selber Notizen machen und Erklärungen sind Aktivitäten, welche nachhaltiges Lernen fördern.
  • Lernen muss bedeutsam sein. Lernen auf Vorrat ist nur noch beschränkt nützlich. Lernangebote sollen für Kinder mehrheitlich schon jetzt einen Sinn ergeben und für sie momentan von Nutzen sein.
  • Lernen ist langsam. Sehr viele Lernprozesse brauchen viel Zeit. Kindern muss diese Zeit gelassen werden.
  • Lernen ist sprunghaft. Oftmals verlaufen Lernprozesse nicht linear. Viele Lernprozesse brauchen Verdauung. Dies ist oft nicht sichtbar, kommt dann aber plötzlich zum Vorschein.
  • Lernen geschieht mit anderen Menschen. Der Austausch mit andern, Kommunikation und Konfliktbewältigung auf konstruktive Weise sind wesentliche Elemente des Lernens.
  • Lernen soll nachhaltig sein. Wenn Lernen viele dieser Leitsätze erfüllt, wird es nachhaltige Wirkung haben.
  • Lernen ist Erkennen und Gebrauchen von Lernstrategien. Regelmäßiges Nachdenken über Lernstrategien fördert die Fähigkeit immer wieder neu erfolgreich zu lernen.
  • Lernen geschieht auch aus Fehlern. Fehler sind nützliche Hinweise auf weitere Lernfelder. Darum sind Fehler nützlich. Mit Fehlern kann konstruktiv umgegangen werden.

(Quelle: Laborschule Bielefeld)

Unterschied zwischen Lernen und Ausführen

An unseren Schulen ist noch immer das Ausführen von vorgegebenen Themen in „Mode“. Der / die LehrerIn kommt in die Klasse und stellt ein Thema vor, das für die Schülerinnen weder bedeutsam noch sinnvoll erscheint. In diesem Fall ist der / die SchülerIn in einer ausführenden Rolle. Er / Sie tut das, was ihm/ ihr vorgegeben wird. (=Pflichterfüller). Alle machen zur selben Zeit, im selben Raum das selbe Thema.

Beschäftigt sich der / die einzelne SchülerIn mit einer Aufgabe, die für ihn/ sie gerade in diesem Moment eine Bedeutung hat, egal ob alleine oder in einer Gruppe, dann ist er/sie in der Roller des/der Gestalterin. (Das Kind lernt, was für es und sein Leben wichtig ist.)

Wenn wir von Lernen sprechen, dann braucht es dafür jene bestimmte Bedingungen, welche oben beschrieben wurden. Wenn das Kind diese Bedingungen nicht erhält, dann sprechen wir nur von bloßem Ausführen von Themen, was für das Kind nicht nachhaltig ist und weitgehend zu Frust führt. Aus diesem Grund erscheinen uns die Kinder schwierig.

„Ist ein Eiswürfel, der unter der Wärme der Sonne schmilzt schwierig oder hat er einfach die falschen Bedingungen?“

Denkt über diese Aussage nach und übertragt sie auf eure Kinder.

Deshalb sind wir in der Verantwortung Bedingungen zu schaffen, damit ein Kind lernen kann.

Alphabet: Was lernen Kinder in der Schule?

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Was lernen Kinder in der Schule? Anpassung. Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm „alphabet“ analysiert, wie aus kleinen Genies mit Neugier, Kreativität und Talent angstgesteuerte Vermeidungsexperten werden.

Er zeigt aber auch Alternativen auf, wenn das Belehren durchs Begeistern ersetzt wird, das Unterrichten durch Fördern.

Der Dokumentarfilm geht weit über die übliche Diskussion um Schülerstress und Leistungsdruck hinaus. Er sieht in Bildung den Schlüssel zu einer anderen Gesellschaft, in der Menschen nicht mehr für ihre Widerstandslosigkeit belohnt werden.

Ecken und Kanten, ein eigener Kopf und das Hinterfragen von Handlungsmaximen? Das ist im Berufsleben nicht gefragt und die Schule bereitet gut auf diese Verleugnung innerster Impulse vor.

Für all jene, die diese Dokumentation noch nicht gesehen haben oder sie noch einmal sehen möchten, können dies hier machen. Ist unbedingt empfehlenswert und regt zum Denken an, ob es das Richtige ist, was derzeit in unseren Schulen passiert.

Den Link zur Dokumentation gibt es hier (bitte anklicken): Alphabet

Woher stammt unser Schulsystem?

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Da es mich sehr interessiert, wie es zu diesen Strukturen unseres Schulwesens gekommen ist und was der Sinn dahinter war, habe ich mich auf Recherchearbeit gemacht:

Um unser heutiges Schulsystem zu verstehen, müssen wir eine Reise zu den Ursprüngen des österreichischen Schulwesens machen. Wozu wurde das Schulwesen überhaupt eingeführt? Welche Gedanken spielten damals eine Rolle? Welche Umstände haben das Schulwesen geprägt? usw….

Spannende Informationen und Antworten auf diese Fragen liefert folgende Website: Geschichte des Schulwesens

Bitte alle Menüpunkte (auf der linken Seite) durchlesen, dann kann sich jede und jeder selbst seine Meinung dazu bilden.

Wer Lust hat seine Gedanken und Meinungen zu dieser Thematik mitzuteilen, kann das in Form eines Kommentars oder über unser Kontaktformular erledigen.

Für mich persönlich ist folgender Satz äußerst interessant: „Die Reformen Maria Theresias und Josephs II. folgten stets einem Nützlichkeitsideal“

Ist das in den heutigen Schulen immer noch verankert? Werden die Kinder immer noch so gesehen, wie sie einmal für die Wirtschaft und die Gesellschaft sein sollen? Teile uns deine Meinung dazu mit.