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Schule-im-Aufbruch-Tag in Graz 2017

Am 22. April 2017 fand in Graz ein Schule-im-Aufbruch-Tag statt. Auch wir von den Lernkulturen 3.0 waren da und möchten euch die neuesten Informationen mitteilen.

Vorstellung der Bildungsregion Buckelige Welt

In der Buckeligen Welt haben sich viele Schule vernetzt. Ein daraus entstandenes Projekt ist Bildung wächst“. In diesem Rahmen tauschen sich SchülerInnen gegenseitig aus. Sie besuchen sich gegenseitig in den Schulen, hospitieren dort und erzählen die Eindrücke in der eigenen Schule. Somit können Kinder aktiv an der Gestaltung des eigenen Schulkonzeptes mitwirken

Gemeinde Feldbach

In der Gemeinde Feldbach unterstützen der Bürgermeister sowie auch die Gemeinderäte die Bewegung von Schule im Aufbruch. Es werden Vorträge von Hirnforschers und weitern Experten organisiert. Die Schule der Zukunft soll durch Filmabende unterstützt werden. Folgende Fragen sind für die Gemeinde von großer Bedeutung:

Was brauchen Kinder?

Was braucht das 21. Jahrhundert?

 Auch der Umbau der Schule mit einer neuen Lernkultur wird forciert.

 Menschen aus allen Lebensbereichen waren da

An diesem Tag waren sehr viele interessierte Menschen da. Ob Pädagogen (Kindergarten, Volksschule, NMS, Oberstufen, HTL, usw….), Politiker (Bürgermeister, Gemeinderäte, usw…), Behörden, StudentInnen, Kinder oder andere engagierte Leute. Die Veränderung zu einer Lernkultur der Potentialentfaltung war eindeutig zu spüren.

Der Landesschulinspektor der Steiermark

Der LSI versteht sich als „Ermöglicher“ und setzt sich für die Bewegung „Schule-im-Aufbruch“ ein. Er ermöglicht Hospitationen im In- und Ausland. Er möchte, dass die Kinder ernst genommen werden und schafft Räume für Potentialentfaltung. Im Zuge seines Vortrages stellte er das Dialogische Lernmodell von Peter Gallin und Urs Ruf vor. Man solle auch mutig sein und sich auch auf Befremdliches einlassen, damit die Potentiale der Kinder zur Entfaltung kommen.

Vortrag von Ali Mahlodji über “Das Zeitalter der Potenzialentfaltung”

Ali Mahlodji, Flüchtling, Schulabbrecher, über 40 Jobs – von der Putzhilfe bis zum Manager bis hin zum Lehrer, Gründer und Geschäftsführer, Chief Visionary und Chief Storyteller von WHATCHADO, EU Jugendbotschafter erzählte in einem emotional berührenden Vortrag seine Lebensbeschichte. Dabei sagte er, dass es um Menschen gehe. Die Welt ändere sich ständig. Wir wissen noch gar nicht wie die Welt in den nächsten Jahren aussehen werde. Viele Berufe werden in nächster Zeit erst entstehen. Es kann und soll auch nichts für die Kinder von heute geplant werden, sondern es solle das Innere Potential, welches in jedem Kind steckt, gestärkt werden. Kinder und Jugendliche sollen Lebenserfahrungen machen. Kinder solle man dort abholen wo sie sind, ihre Sprache sprechen, ihre Welt kennen lernen und mal schauen, was sie denn überhaupt interessiert.  Die Kinder sollen echte Menschen kennen lernen und nicht Rollen. Es kommt sehr viel auf Erfahrungen an. Es soll Lernen durch Beobachtung und Inneren Antrieb passieren. Einfach ausprobieren und nicht aufgeben. Alles was Kinder machen soll für sie selbst eine Bedeutung haben und einen Sinn ergeben. Wir Erwachsenen dürfen sie nicht mit unseren Erfahrungen aus der Vergangenheit in ihrer Potentialentfaltung bremsen. Es kommt nämlich auf die innere Haltung der Menschen an.

Mehr zu Ali Mahlodji und seinen Projekten erfährt ihr in folgenden Links:

http://www.ali.do/ali/

https://www.whatchado.com/de/

https://www.whatchado.com/de/whatchaskool

 Open Space

Im Open Space wurden viele praktische Beispiele vorgestellt. Zwei davon möchten wir euch näher vorstellen:

Im Atelier-Unterricht bieten Lehrer Ateliers in den Musisch-kreativen-sportlichen Bereichen entsprechend ihrer Stärken an. Auch Kinder können so ein Atelier anbieten. Die Kinder melden sich jeweils für zwei Ateliers an (Sport, Musik, Werken, Zeichnen, Basteln, Experimentieren, Forschen, Singen, usw….) Je nach Nachfrage kann ein Atelier auch mehrmals angeboten werden. Es wird darauf geachtet, dass jedes Kind verschiedene Ateliers besuchen kann. Somit wird die Kreativität sowie die Eigenständigkeit der Kinder unterstützt.

In der Steiermark werden auch die Global Goals gelebt. Die Kinder arbeiten selbstständig an den Global Goals, kooperieren mit verschiedensten Menschen und versuchen so die Welt zu verbessern. Bei der Arbeit mit den Global Goals entstehen Projekte, Filme, Interviews, Zeitungen, Theater, PowerPoints, Bilderbücher, usw.….

Orte der Inspiration in der Steiermark:

VS Kalkleiten
VS Triester
VS St. Oswald
VS Mariagrün
VS Deutschfeistritz
VS Neudorf bei Passail
VS Falkenstein
Praxisschule KPH Graz
Landessonderschule Hirtenkloster
Sternschule
KLEX
NMS St. Marein
Musik NMS Mautern
Private NMS Dobl

Zum Ansehen und Inspirieren einfach die Links anklicken.

Macht alle mit!!!!

Wir von den Lernkulturen 3.0 würden uns wünschen, dass weitere inspirierende Lernorte dem Leitbild von Schule-im-Aufbruch folgen. Wenn ihr selbst tolle Lernorte kennt, die zu den Lernkulturen 3.0 passen, dann schreibt uns eine Nachricht und wir werden diesen Lernort ins Rampenlicht stellen.

Margret Rasfeld in Wien

Margret Rasfeld

Die Schulleiterin Margret Rasfeld der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und Mitgründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“ kommt als Bildungsinnovatorin am 26. April 2016 nach Wien in den Festsaal der Sigmund Freud Universität.
Organisiert wird die Veranstaltung von der http://www.schul-werkstatt.at/. Genauere Informationen findet ihr unter dieser Verlinkung.

Kern der Gespräche sind Musterbrüche, Innovationen und Chancen im österreichischen Bildungssystem. Die zentrale Botschaft Rasfeld wird es sein, Kinder weniger im herkömmlichen Sinne von fremder Hand direktiv zu beschulen, sondern sie ihren Lernweg mit Unterstützung des Lehrpersonals bzw. der Lernbegleiter selbst entscheiden lassen. Es soll hauptsächlich in den Händen der Kinder liegen, wo, wann, was und wie gelernt wird.

Es sind noch genügend Plätze frei, also meldet euch rasch an!

Ab wann sprechen wir von einer Lernkultur?

Lernkulturen (er-)leben ein gemeinsames Verständnis für wie Lernen stattfinden soll sowie eine gemeinsame soziale Praxis zwischen Lernenden, Lehrenden und allen weiteren Beteiligten.

Es vollzieht sich bereits seit geraumer Zeit ein immer präsenter werdender Wandel im österreichischen Schulsystem. Der bisher stark vorrangige Lehrplan wird durch das Modell der Kompetenzen erweitert. Franz E. Weinert zufolge sind Kompetenzen die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösung in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können (Weinert, 2001).

Kompetenzen werden in weiterer Folge als „Ergebnisse von Lernprozessen“ genannt. Sie werden in der Auseinandersetzung mit der Welt gewonnen (siehe https://www.bifie.at/node/49). Genau hier liegt der große Unterschied bzw. die Ergänzung zum traditionellen Lehrplan. Der Lehrplan dient hauptsächlich der Vermittlung von Faktenwissen. Die Stärke dieser Anwendung ist die schnelle, effiziente analytische Durchdringung aller Lerngegenstände. Der Erziehungswissenschaftler Horst Rump sieht darin den in der pädagogische Praxis bekannten herkömmlichen „Unterricht“. Als Alternativbegriff bzw. als erweiterten Lernbegriff verwendet er „Lernkultur“, da laut ihm bestehendes Wissen ständig kritisch hinterfragt werden muss. Demnach sollen Lernkulturen zu anwendungsorientiertem, prozessorientiertem, kritischem und sozialem Lernen führen. Die „Kompetenzen“ erfüllen diesen Zweck, da sie Lernprozesse ergebnisorientiert beschreiben, die in Auseinandersetzung (in Anwendung) mit der realen, veränderlichen Welt gewonnen werden.

Der Wandel im österreichischen Schulsystem, wie auch im deutschen, beschreibt den Weg von der reinen Reproduktion überprüfbaren Wissens – vermittelt durch einen Unterrichtsplan – hin zu einem ganzheitlichen Lernprozess, der Fachlichkeit und überfachliches Lernen, individuelle und soziale Erfahrungen, Praxisbezug sowie die Erarbeitung des gesellschaftlichen Umfelds miteinander verknüpft (Bildungskommission N.R.W. (1995): Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft. Neuwied). Aus dem herkömmlichen „Lehrplanunterricht“ entstehen nach und nach Lernkulturen.

Wissen und Lernprozesse gehören vereint. Der Weg dorthin ist weit und es bedarf weiterer Anstrengungen der Lernorte, eine echte, natürliche Lernkultur zu etablieren. Mit wenigen, aber treffenden Fragen kann der eigene Lernort in einen fruchtbaren Veränderungsprozess geführt werden.

Was ist nun eine „Lernkultur“?

Ein verzwicktes Problem beinhaltet dieser Begriff. Er wurde zu oft in zu verschiedener Art und Weise eingesetzt. Dadurch hat er seine begriffliche Eindeutigkeit verloren. Es scheint jedoch, als versuchten die Anwender dieses Begriffes die ihrerseits gewünschten Änderungen im Bildungssytemen besser zu beschreiben. Manche Autoren und Projekte haben sich diesem Begriff eindeutiger gewidmet, um diese Lücke zu füllen:

  • Das Forschungsprojekt „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ (2001-2007) hat ihn empirisch ergründet. Die Autoren kommen zu dem Entschluss, dass Lernkulturen nebst formellem Lernen auch informelles und non-formales Lernen beinhalten. Diese Art des Lernens enthält viele wichtige Lernprozesse.
  • Für Reckwitz (2001: Multikulturalismustheorien und der Kulturbegriff. Berliner Journal für Soziologie) ist eine Lernkultur eine differenzierte soziale Praxis im Sinne einer konkreten symbolischen Ordnung („Zweck des Lernens“) an Schulen, sie sich von anderen Schulen unterscheiden kann.
  • Dieser „Zweck des Lernens“ wird von Schmidt (2003: Was wir vom Lernen zu wissen glauben. Quem-Report, Heft 82) genauer betrachtet. Er stellt zwei Fragen, um das Verständnis bzw. den Zwecks des Lernens, welches der sozialen Praxis vor Ort zu Grunde liegt, festzustellen:
    • Was wird von wem aus welchen Gründen als „Lernen“ bezeichnet?
    • Wie wird Lernen initiiert

Alle diese Autoren und Forschungsprojekte haben eines gemeinsam: Sie verstehen Lernen als soziale Praxis zwischen Schülern und Lehrpersonen sowie allen weiteren Beteiligten.

Dementsprechend sind Lernkulturen, wie wir sie uns vorstellen, eindeutig unterscheidbar von Lernorten, die keine oder nur eine geringe soziale Praxis aufweisen. Mit ein paar einfachen Fragen lässt sich dieser Unterschied erkennen:

  1. Wird in erster Linie nur die Qualität des „Lehrens“ der Lehrpersonen beurteilt? Wird ebenso die Perspektive der Schüler – das „Lernen“ – in den Blick genommen?
  2.  Erarbeitet sich jede Lehrperson ihre eigene, isolierte Vorstellung eines gelingenen Unterricht? Wird das Unterrichtsgeschehen als komplex angesehen und damit in Zusammenarbeit regelmäßig hinterfragt und neu interpretiert?
  3. Wird hauptsächlich Wissen vermittelt? Werden ebenso der Erziehungsauftrag sowie „(Selbst-)Bildungsziele“ wahrgenommen?

Wenn ihr das nächste Mal an einer Schule seid, fragt euch genau diese Fragen, und ihr werdet nach einigen Versuchen an verschiedenen Standorten den gehaltvollen Unterschied spüren: Schulunterricht =! Lernkulturen.

Zum Abschluss zeige ich euch eine punktuelle Übersicht, genannt „Schule 20 versus Schule 21“ (Rasfeld, Breidenbach (2014): Schulen im Aufbruch. Kösel-Verlag), welche das Spannungsfeld zwischen dem herkömmlichen „Unterricht“ und den „Lernkulturen“ darstellt.

Vergleich Lernen 20 zu Lernen 21.jpg

Das Tiroler Schulwesen bricht auf

Logo Volksschule im Aufbruch
Logo Volksschule im Aufbruch

Nach einer intensiven, ganz Tirol umfassenden Abfolge von Symposien zum Thema „Volksschule im Aufbruch“, welches sich vor allem auf den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule konzentriert, begeben sich nun über 70 Lehrpersonen und KindergartenpädagogInnen partizipativ in vier autonomen Gruppen auf einen gemeinsamen Weg zur Auffrischung und Veränderung der Tiroler Schulstrukturen.

Dieser lange Satz bedeutet die bereits intensive Vorarbeit des Tiroler Landesschulrates, von dem die Intitiative ausging, sowie der Mitarbeit einiger Bildungsbereiche, wie der PHT, an diesem großen Projekt. Menschen aus ganz Österreich gaben Impulse, wie das Lernen an den Schulen anders gestalten werden kann. Tirol kann anders, so lautet der Ruf, wenn wir alle zusammenarbeiten und uns neue Ideen überlegen. Wenn wir genau hinschauen, gibt es bereits genügend Beispiele, wie Schule anders sein kann. Was fehlt, ist das entsprechende Licht und die notwendigen Ressourcen, um diese Orte stärker leuchten zu lassen.

Dazu wurde diese Initiative ins Leben gerufen!

Die engagierten Kräfte haben sich auf folgende vier Bereiche aufgeteilt:

  • Gestalten des Übergangs Kindergarten – Volksschule
  • Sprachbildung mit Fokus auf die Erstsprache/Mehrsprachigkeit
  • Lernverlaufsdokumentation (vorher „Kompetenzraster“)
  • Mehrstufenklassen

Die Arbeit in diesen Gruppen findet autonom statt. Das heißt, alle Beteiligten organisieren sich selbstständig und haben freie Wahl bei der Auswahl der Mittel. Einzig und allein das Ziel bestimmt den Zweck des Engagements: Nächstes Jahr werden die Ergebnisse dem breiten Schulpublikum zur empfehlenswerten Verwendung veröffentlicht.

Mag sein, dass Betroffene denken, dass das Produkt niemanden interessieren und in einer Schublade landen wird. Nur wenn wir nie etwas machen, dann wird sich erst recht nichts ändern. Das Bedürfnis, etwas zu verändern, ist stärker als die Möglichkeit des Scheiterns. Deswegen brauchen wir Menschen, welche die ohnmächtige Empörung in positive Energien wandeln und diesen Menschen und den Schulen neue Kraft geben. Diese Kraft wird aus der gemeinsamen Zusammenarbeit geschöpft, der gemeinsamen Hoffnung auf eine veränderte Schulkultur.

Schule im Aufbruch – haucht Leben in das Schulsystem

Schule im Aufbruch

Ich war dort, am ersten „Schule im Aufbruch“-Tag am 28.2.2014 in Wien. Es kamen über hundert Menschen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz angereist, der Saal war voll. Noch mehr Menschen wollten kommen, doch sie mussten leider auf ein ander Mal warten. Zu groß war das Interesse der Bildungsveränderer, die in Schule im Aufbruch einen großen Hoffnungsschimmer sahen.

Rückblick

Die Initative begann in Deutschland, gegründet von Margret Rasfeld, Gerald Hüther und Stephan Breidenbach. Sie waren bei Kanzlerin Angela Merkel und haben mit ihr über das deutsche Schulsystem und seine negativen Auswirkungen auf die Menschheit gesprochen. Das Gespräch ließ weitere Energien frei. Der Film Alphabet, die Roadshow „Lernlust statt Schulfrust“, das Filmprojekt Augenhöhe, sie alle begleiten die Idee des Wandels unserer Schul- und Arbeitswelt. Schule im Aufbruch spricht von einer „neuen Lernkultur der Potentialentfaltung“.

Einfluss in Österreich

Der erste Schule im Aufbruch-Tag in Wien gab den Anstoß zu Veränderungen in Österreich. Von Wien aus breitete sich der Aufbruch herkömmlicher Schulsysteme nach Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich und Tirol aus. Bald werden auch Salzburg, Vorarlberg und alle weiteren Bundesländer davon in gutem Sinne betroffen sein. Der erste Schule im Aufbruch-Tag in Tirol soll im Herbst 2016 stattfinden. Die Vorbereitungen laufen bald an!

Konkret sehen wir die Veränderungen im Denken bereits in der politischen Handlungsweise: Die bald erscheinende Bildungsreform am 17. November soll einige moderne Verbesserungen, wie autonomere Schulverwaltungen, offenere Lehrpläne und eine gestärkte Elementarpädagogik bieten. Unterstützt wird diese Reform von einer weiteren Bildungsinitative: Neustart Schule der Industriellenvereinigung. Sie beide eint der Wunsch nach Veränderungen im Bildungssystem.

Warum brauchen wir Schule im Aufbruch?

Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir leben inmitten einer noch nie dargewesenen Vielfalt an Lebensformen. Traditionelle Familienstrukturen sind aufgebrochen. Die neuen Medien gestalten unsere Kommunikation mit der Umgebung von Grund auf neu. Die Arbeitswelt erwartet Flexibilität, Teamfähigkeit sowie Selbstständigkeit. Der technische Fortschritt lässt uns leichter und schneller von einem Ort zum anderen reisen. Unterschiedliche Kulturen vermischen sich immer stärker.

Schule im Aufbruch nimmt auf diese Veränderungen Rücksicht. Nicht alle Kinder sollen an einem Lehrplan ausgerichtet werden, sollen dasselbe Wissen in sich aufnehmen, von einer Lehrperson abhängig sein und durch Noten unfair behandelt werden. Nein, jedes einzelne der Kinder soll seine Talente selbst entdecken und in wohltuender Begleitung der Erwachsenen seine Potentiale entfalten dürfen. Wissen wird in dieser Gemeinschaft multipliziert, da jede und jeder etwas anderes lernen darf. Die enge Beziehung der Erwachsenen zu den Kindern ermöglicht intensive Gespräche, gegenseitiges Vertrauen und folgendermaßen eine Stärkung ihrer Persönlichkeit. Die Kinder erkennen Verantwortung für sich und andere aufgrund ihrer Zusammenarbeit in der Gemeinschaft als Teil ihres freien Denken und Handelns.

Kurzum, aus den Kindern werden Erwachsene, die ihre Talente reichlich gefördert haben, sich ihrer Verantwortung in der Gesellschaft bewusst sind und mit anderen auf Augenhöhe denken und handeln.

Wir stehen und gehen inmitten eines kulturellen Wandels

Was kann wichtiger sein, als eine Gemeinschaft von Menschen, in der sich jeder Einzelne auf seinem Weg entwickeln kann, durch die anderen positiv gestärkt wird und die Fähig- und Fertigkeiten anderer Persönlichkeiten wertschätzt? Wir leben im Moment eines großen Wandels: Weg von bürokratisierten, ideologisch verhärteten, verfeindeten Bildungsgesellschaften hin zu freien, verantwortungsvollen, vielfältigen, wertschätzenden Lerngemeinschaften. Schule im Aufbruch ist ein essentieller Teil dieses Wandels.