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Kinder lernen durch Entdecken, Forschen, Erlebnisse, Erfahrungen und Herausforderungen

Diese Bedingungen brauchen Kindern, damit sie sich natürlich entwickeln und zu verantwortungsbewussten Menschen heranwachsen können.

  • Vorbereitete Umgebung
  • Natürlicher Bauplan des Menschen
  • Verschiedene Entwicklungsstufen
  • Ganzheitliche Sicht
  • Kosmische Erziehung
  • Sinnesmaterial
  • Sachen erlebbar machen
  • Entdecken, Forschen, Erlebnisse, Erfahrungen, Herausforderungen
  • Kinder als Teil einer wertschätzenden Gemeinschaft
  • Mit der Natur, mit anderen Lebenwesen und mit sich selbst verantwortungsbewusst umgehen
  • Lehrer als Begleiter der Kinder
  • Handwerkliche Tätigkeiten
  • Ausprobieren
  • Soziale Kompetenz wird täglich gelebt
  • Freiheit
  • Verantwortung für den Alltag übernehmen und diesen gestalten
  • Gesellschaftliches Leben miteinbeziehen
  • Aktiv den Kontakt zur Welt suchen und Experten in die Schule einladen
  • Bewegung

Diese Punkte werden durch die Lernwerkstatt Mittelpunkt in Ludesch / Vorarlberg  in einem Film dargestellt:

Lernort: Stockholms Internationella Montessoriskola

Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 bin ich am 15. April 2016 in die schwedische Hauptstadt Stockholm gereist und habe dort die Stockholms Internationella Montessoriskola besucht.

Wertschätzende Haltung gegenüber Kindern

In diesem Lernort begegnen sich Erwachsene und Kinder auf Augenhöhe und führen ein wertschätzendes Miteinander. Die Kinder haben innen sowie außen die Möglichkeit Entdeckungen zu machen, Erfahrungen zu sammeln und sich nach ihrem eigenen Entwicklungsplan zu entfalten. Die Rolle des/der LernbegleiterIn wird als Unterstützer gesehen. Der/die LernbegleiterIn ist dazu da, um eine Umgebung vorzubereiten, in der die Kinder ihre Persönlichkeit entfalten können. Er dient als Gastgeber und trägt dafür Sorge, dass der Gesellschaftsvertrag eingehalten wird, sodass die Lernumgebung entspannt und inspirierend wirkt.

Bilinguale Lebensweise

In der Stockholms Internationella Montessoriskola wird neben schwedisch sehr viel Englisch gesprochen. Diese Bilinguale Lebensweise findet schon sehr früh eine Bedeutung in diesem Lernort. Bereits die Vier- bis Fünfjährigen wachsen damit auf.

Das Lernen wird ganzheitlich gesehen

In der Stockholms Internationella Montessoriskola lernen die Kinder vieles unbewusst, indem sie viel spielen. Im Spiel werden auch die Sprache, motorische Fähigkeiten sowie soziales Miteinander gelebt.

Großer Außenbereich zum Entdecken und Forschen

Kinder brauchen Natur, Bewegung und Freies Spielen. Diese Bedingungen werden durch den wirklich riesigen Außenbereich geschaffen. Dieses weitreichende Gelände gibt den Kindern viele Möglichkeiten sich und ihre Umwelt zu entdecken. Das Außengelände ist äußerst variantenreich gestaltet. Von Spielplätzen über Hügellandschaften bis hin zu Parkanlagen und Sportstätten. Es finden an der Stockholms Internationella Montessoriskola sehr viele Aktivitäten draußen statt. Wenn man den Kindern hier dabei zusieht mit welch einer Freude sie draußen Erfahrungen sammeln und gemeinsam forschen, dann erkennt man die riesen Lernfreude sowie die Entdeckerlust, die in Kindern steckt.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einem idealen Außenbereich bekommt und wie dieser gestaltet sein kann, haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Erdkinderplan — Was Jugendliche in der Pubertät brauchen

erdkinderplan-logo
Für den inneren Entwicklungsplan der 12 bis 16-Jährigen spielen drei Dinge eine wichtige Rolle:
1.) Landwirtschaft betreiben (Mit Pflanzen und Tieren)
2.) Eine Gastwirtschaft betreiben (Andere mit Essen zu versorgen)
3.) Einen Verkauf betreiben (Selbstgemachte Erzeugnisse verkaufen)
Diese Art zu lernen findet sich im Erdkinderplan von Maria Montessori wieder.
Für Lernorte, die sich nach dem Erdkinderplan entfalten möchten haben wir von den Lernkulturen einige Beispiele zusammen getragen, um euch für diese Form des Lernens zu inspirieren.
Bitte klickt einfach die folgenden Links an:
Montessori-Schule Potsdam:
Montessori-School-Farm-Deutschland:

Montessori-School-Farm

Erdkinderplan an der Monte Balan:
Montessori-Schule Eberharting:
Hershey Montessori Farm School:
Parkway Montessori Erdkinder:
Erdkinder auf den Philippinen:
Montessori Initiative Wieden (Wien):
Internationale Montessori Erdkinder-Schule:
Bluffview-Montessori:
Schaut euch den Erdkinderplan an, lasst euch inspirieren und entwickelt an eurem Lernort ein Konzept, das den Erdkinderplan enthält und den Jugendlichen in der Pubertät eine Möglichkeit gibt, sich entsprechend entwickeln zu können, mit richtiger Arbeit und dem Gefühl bedeutsame Aufgaben zu erledigen, die zu den Jugendlichen passen.
 erdkinderplan-logo

Die 10 Wünsche der Kinder

Schmetterling

Wir dürfen unsere Kinder nicht als kleine Erwachsene betrachten, sondern die Kindheit ist ein eigenes Entwicklungsstadium des Menschen. Seht die Entwicklung des Menschen so wie jene Entwicklung des Schmetterlings.

  1. Der Schmetterling legt ein Ei (Beim Menschen wäre dies die Zeit der Schwangerschaft)
  2. Aus diesem Ei entwickelt sich eine Raupe (Die Raupe entspricht dem Kind beim Menschen)
  3. Die Raupe ist ein eigenes Entwicklungsstadium des Schmetterlings (Genau so zu sehen ist das Kind beim Menschen)
  4. Die Raupe begibt sich nach Ende dieses Stadiums in einen Kokon und verpuppt sich (Diesem Stadium entspricht beim Menschen jenes der Pubertät)
  5. Nach dieser Phase hat sich dann der Schmetterling entwickelt (Erst nach der Phase der Pubertät entwickelt sich beim Menschen der Erwachsene)

Man kann von einer Raupe nicht erwarten, dass sie fliegt oder Blüten bestäubt oder Eier legt. Dies kann erst erfolgen, wenn sie sich entwickelt hat und durch die Verpuppung ein Schmetterling geworden ist. Wir Erwachsenen müssten unsere Kinder genau so sehen und sie durch ihre Kindheit (Raupe) und die Phase der Pubertät (Kokon) begleiten, damit sie sich zu eigenständigen Erwachsenen (Schmetterling) entwickeln. Erst dann sind sie auch fähig, die Aufgaben zu bewältigen, die der Welt der Erwachsenen entsprechen.

Damit wir die Kinder durch ihre Entwicklung begleiten können, haben Kinder 10 Wünsche an uns Erwachsene gerichtet:

  1. Schenkt uns Liebe!
    Das Kind soll so geliebt werden, wie es ist. Kein „Ich liebe dich, wenn du brav bist“ oder „Ich liebe dich, wenn du dies oder jenes machst“ Die Liebe zu einem Kind soll nicht mit Gegenständen, Verhalten oder Vorstellungen bzw. Bedingungen verbunden werden.
  2. Achtet auf uns!
    Es ist viel wichtiger, den Kindern nicht ständig unsere Ziele und Erwartungen im Spiel vorzugeben, sondern uns genügend Zeit zu nehmen, sie zu beobachten und dabei von ihnen zu lernen. Das heißt: Wir sollten die Kinder sehen, wie sie sind und nicht, wie wir sie haben wollen.
  3. Macht uns nicht, sondern lasst uns werden!
    Damit sich Kinder entsprechend ihrem eigenen Entwicklungsplan (siehe Beispiel mit dem Schmetterling) entwickeln können, ist es notwendig, dass wir ihnen zu Hause, im Kindergarten und in der Schule eine reichhaltige, vorbereitete Umgebung gestalten.
  4. Begleitet uns!
    Für uns Erwachsene ist es wichtig, uns ruhig in Bereitschaft zu halten und dafür zu sorgen, dass die Kinder frei sind, sich in ihrer eigenen Weise entwickeln zu können. Wenn sich die Kinder von uns Erwachsenen wirklich begleitet und nicht unterrichtet oder kontrolliert fühlen und wir ihnen die nötige Ruhe und Zeit für ihre Entdeckungsreise geben, ist zu beobachten, wie respektvoll und achtsam die Kinder mit sich, der Umgebung und den Mitmenschen umgehen.
  5. Lasst uns Fehler machen!
    Am Beispiel vom Schreiben lernen: In diesem Stadium ist die Haltung des Erwachsenen von großer Bedeutung. Für viele ist es schwer auszuhalten, wenn Kinder ihre eigenen Wege oder sogar Umwege beim Schreiben lernen gehen und dabei auch noch bemerken, dass Kinder einer gleichen Gruppe ganz unterschiedlich vorgehen. Immer noch neigen viele Erwachsene dazu, ungeduldig einzugreifen und dem Kind zu sagen, dass es etwas falsch gemacht hat. Sie schlagen ihnen dann richtige, bessere und schnellere Wege vor. Das Kind hatte aber seine Erkenntnis mit den Lauten und Zeichen mit viel Anstrengung umgesetzt und war stolz darauf. Es beginnt somit, seinem eigenen Lern- und Wahrnehmungsprozess zu misstrauen und hört erst einmal auf zu schreiben.
  6. Gebt uns Orientierung!
    Offenheit statt traditionelle Methoden: Um dem Kinderwunsch Gebt uns Orientierung! gerecht werden zu können, brauchen wir Erwachsenen erst einmal eine Orientierung in der Erziehung. Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass Kinder keine besseren oder neueren Methoden brauchen, sondern Menschen, die bereit sind, sich zu ändern. Dies bedeutet, dass wir immer für Neues und Unvorhergesehenes offen sein müssen und dabei jede Veränderung bei uns und in unserer Umgebung mit Interesse, Geduld und Aufmerksamkeit verfolgen sollten.
  7. Setzt uns klare Grenzen!
    Verständnis statt Druckmittel: Oft werden bei den Kindern die Grenzen als Druckmittel benutzt, das zu tun oder zulassen, was andere vom Kind erwarten. Es sind meist Verbote, Hinweise oder Verwarnungen – Appelle an ein „besseres Ich“. Bei diesen Grenzsetzungen werden häufig die persönlichen Bedürfnisse des Kindes weder gesehen noch beachtet. Die Kinder haben sich den Bedürfnissen der Erwachsenen anzupassen und tun das meistens auch, um für die Entwicklung notwendige Zuwendung und Anerkennung zu bekommen. Wenn jedoch Grenzen gesetzt werden, dann müssen unbedingt die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden und die Lösung soll gemeinsam gefunden werden.

    Beispiel: Ein Kind hüpft mit Vergnügen auf Polstern herum
    Grenze: Auf den Polstern wird nicht herumgehüpft
    Bedürfnis des Kindes: Das Kind hat das Bedürfnis zu hüpfen
    Folge: Man gibt dem Kind zB. ein Sprungseil und lässt es damit im Garten hüpfen.

    So wurde eine Grenze gesetzt und zugleich das Bedürfnis des Kindes berücksichtigt und gemeinsam eine Lösung gefunden.

  8. Seid zuverlässig!
    Zuverlässigkeit schafft Sicherheit: Kinder brauchen feste, stabile, sichere und vertrauensvolle Beziehungen, in denen sie eine Orientierung bezüglich ihrer Bedürfnisse finden.
  9. Zeigt eure Gefühle!
    Emotionale Intelligenz: Wir Erwachsene sind uns darüber im Klaren, dass Kinder freier und gefühlvoller leben als wir. Sie sind darum auch leichter verletzbar, was besondere Anforderungen an uns stellt, Kinder mit der nötigen emotionalen Intelligenz zu begleiten. Für Eltern, Erzieher und Lehrer bedeutet dies, dass wir uns mehr Gedanken über die Gefühle der Kinder machen müssen und versuchen sollten, uns in diese hineinzufühlen, Kinder zu trösten und anzuleiten. Wir sollten auch lernen, Gefühle wie Wut, Trauer und Angst, als Teil unseres Lebens anzunehmen, damit wir in der Lage sind mit diesen „negativen“ Gefühle der Kinder umzugehen.
  10. Lasst die Freude leben!
    Erzählt Geschichten, lacht viel, lasst es euch gut gehen und fühlt euch wohl, bei dem, was ihr macht. Habt Freude mit dem Zusammenleben von Kindern und Erwachsenen.

Setzt diese Wünsche der Kinder um und ihr werdet merken, wie schön es ist ein gemeinsames Miteinander von Kindern und Erwachsenen zu leben.

Mehr Informationen und praktische Ideen für den Lernort gibt es hier.

Lernort: Montessori Kinderhaus Erding

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Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 habe ich das Montessori Kinderhaus in Erding besucht und dort den Tag der offenen Türe erlebt.

Kinderkrippe und Kindergarten als Lernort

Der respektvolle Umgang mit den Kindern ist der allerhöchste Wert, der in diesem Lernort von allen gelebt wird, sowohl von den Eltern als auch von den ErzieherInnen. Die Kinder entwickeln sich hier zu eigenständigen Persönlichkeiten, indem sie die Ereignisse, die in ihrer Umgebung passieren einfach absorbieren und sie wie ein Schwamm aufsaugen. Durch das Sinnesmaterial und die Vorbereitete Umgebung sowie die inneren Haltung der ErzieherInnen wird diese Entwicklung ermöglicht.

Pädagogische Richtungen und Betreuungsschlüssel

Ein Lernort zeichnet sich durch eine Vielfalt an pädagogischen Einflüssen aus. Im Kinderhaus Erding werden hauptsächlich zwei Richtungen gelebt. Zum einen ist die Montessoripädagogik vorrangig und wird von der Pädagogik nach Emmi Pikler unterstützt.

Die Gruppen sind in der Krippe ca. 12 Kinder und im Kindergarten ca. 18 Kinder (inkl. 4 Integrationskinder) groß und werden jeweils von drei ErzieherInnen begleitet.

Elternarbeit als Teil des Lernkonzeptes

Ein Miteinander von Kindern und ErzieherInnen sowie den Eltern ist ein Element, das diesen Lernort auszeichnet. Die Eltern schließen sich dabei in Arbeitsgemeinschaften (AGs) zusammen und sind für Projekte eine große Unterstützung. Egal ob es in der Wald-AG, Montessori-Material-AG oder anderswo ist, die Eltern werden voll mit eingebunden und können so auch miterleben, wie ihre Kinder in diesem Lernort aufwachsen.

Zweisprachigkeit an diesem Lernort

Neben der Deutschen Muttersprache wird in diesem Lernort auch Englisch gesprochen. Die Kinder erhalten jedoch keinen Unterricht in Englisch sondern werden von zwei Native-Speakerinnen begleitet und nehmen so die Sprache durch ihre Umwelt auf.

Entwicklung nach dem inneren Entwicklungsplan

An diesem Lernort entwickeln sich die Kinder nach ihrem eigenen Entwicklungsplan. Es wird dem eigenen Bauplan der Kinder Vertrauen geschenkt und die Kinder entfalten so ihre Fähigkeiten. Da kommt es auch vor, dass die Kinder bereits vor dem 6. Geburtstag lesen, schreiben, rechnen, philosophieren und viele andere Sachen machen. Es wird auch nicht getadelt oder bestraft sondern in die Selbstkontrolle der Kinder vertraut. Die Kinder dürfen so auch eigene Erfahrungen machen und gehen somit auf eine Entdeckungsreise, die sie wunderbar auf ihr Leben vorbereitet.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und den anderen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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