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Eindrücke vom Montessori-Kurs mit Claus-Dieter Kaul

In der Lernwelt im Rubenshof fand ein Montessori Kurs mit Claus-Dieter Kaul statt.

Wir waren mit den Lernkulturen 3.0 dabei und waren äußerst begeistert.

Hier möchten wir euch die besten Eindrücke davon zeigen. Lasst euch einfach inspirieren:

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Bildungstag in der Schweiz

Wir von den Lernkulturen 3.0 sind am 07. April 2018 in die Schweiz nach St. Gallen gefahren und haben dort am Bildungstag „Mutig Neue Wege Gehen“ teilgenommen. Um euch einen Einblick zu verschaffen, fassen wir kurz diesen Tag zusammen.

Der Initiator und Organisator Philipp Hostettler gab zum Beginn einen Überblick über den Tagesablauf und erklärte durch seine Erfahrungen, wie Bildung gelingen kann.

„Denn Bildung beginnt dort, wo Beschulung aufhört“.

Für eine gelingende Entwicklung eines Kindes ist eine Umgebung erforderlich, in der es keine Klassen, keine Noten, keine Hausübungen, keine Anweisungen sowie keine Stundenpläne gibt, die das Kind in seiner natürlichen Entwicklung hindern.

Wie dies in der Praxis umgesetzt wird, zeigen zahlreiche tolle Lernorte in der Schweiz.

An diesem Tag wurden die Konzepte der folgenden Lernorte von jeweiligen Projektleiterinnen in einer Präsentation vorgestellt:

Ebenso war ein großes Thema das Freie Lernen, wo Kinder zu Hause nach ihrem eigenen Entwicklungstempo lernen können.

Dieses Projekt wurde von Jacqueline Bruckmüller, eine Mutter einer 9-jährigen Freilerner-Tochter, in einem Vortrag vorgestellt.

Nach der Möglichkeit sich spontane Projektvorstellungen anzuhören, kam der Höhepunkt des Tages:

8 junge Erwachsene, die einen freien Bildungsweg erleben durften, standen auf der Bühne und erzählten von ihren Erfahrungen und ihren Erlebnissen.

Es war einfach einzigartig diese jungen Erwachsenen zu erleben und um zu sehen, wie sich Menschen ohne Beschulung entwickeln. Diese Kinder, welche so aufgewachsen sind, verfügen über eine ausgereifte Persönlichkeit,  übertragende Sozialkompetenz sowie über großartiges Wissen über die Welt. Die Kinder sind somit perfekt  fürs Leben vorbereitet.

Wir von den Lernkulturen 3.0 sehen in unserer Praxis die Unterschiede zwischen Kinder, die beschult werden und Kindern, die eine freie Bildung erleben. Der Unterschied ist sehr, sehr groß.
Kinder, die eine freie Bildung erhalten sind viel offener, interessierte, motivierter, ideenreicher, usw…, als wie Kinder, die beschult werden. Außerdem spürt man bei den Freilernern, wie viel Freude das Lernen und Entdecken der Welt macht.

Es gibt in der Schweiz zahlreiche Lernorte, die Kindern eine Möglichkeit der Potentialentfaltung geben, wo sich Kinder nach ihrem eigenen inneren Entwicklungsplan entfalten und die Kindern die Welt mit ihren eigenen Erfahrungen erschließen können.

Neben den bereits oben genannten Lernorten, möchten wir euch noch weitere Lernorte vorstellen, die in der Schweiz den Kindern eine Umgebung geben, in der sie sich entfalten können:

Ein Projekt, das sich hingegen noch in Planung befindet, ist Läbe Lärne Lache.

Schaut euch die einzelnen Lernorte an und lasst euch inspirieren, Kindern einen Ort zu geben, wo sie eine glückliche Kindheit verbringen können.

 

 

Lernort Schulgarten Telfs

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Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 begaben wir uns wieder auf Reisen. Unser Ziel war diesmal der Schulgarten in Telfs, eine aktive Montessori-Schule in Tirol.

Am 15. Oktober 2016 fand dort ein Tag der offenen Türe statt. Nach einer netten Begrüßung durch die Schulleitung sowie den MitarbeiterInnen wurden wir im Rahmen einer Schulführung durch das Gelände geführt und konnten viele interessante Eindrücke mitnehmen.

Einteilung in Jahrgangsgemischte Gruppen

Die Kinder werden im Schulgarten in die Primaria 1 (1.-3. Schuljahr), Primaria 2 (4.-6. Schuljahr) sowie Sekundaria (7.-9 Schuljahr) eingeteilt. Durch die Jahrgangsmischung wird gewährleistet, dass die jüngeren Schülerinnen von den älteren Schülerinnen unterstützt werden. Somit entsteht auch ein optimales soziales Gefüge, was für die Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung ist.

Entwicklungsgerechte Pädagogik

Im Schulgarten Telfs (Tirol) wird die Pädagogik der Entwicklung des Kindes angepasst. Das heißt, dass Inhalte sowohl früher als auch später im Lernprozess vorkommen. Kinder in der Primaria 1 rechnen im Zahlenraum bis zu einer Million, beschäftigen sich mit der Erdgeschichte, den Dinosauriern und führen verschiedenste Experimente durch. Dennoch bleibt das Thema „Rechtschreibung“ eher im Hintergrund und kommt erst später. Es fließen dabei Elemente von Montessori, Wild und ähnlichem ein.

Lernlust soll geweckt werden

Damit die Kinder eine Freude am Lernen erhalten, ist es wichtig, dass sie ins „Tun“ kommen. Es ist also wichtig, dass sich Kinder mit Freude einer Sache widmen und, dass sie nicht ständig korrigiert werden. Zum Beispiel ist es für Kinder in der Primaria 1 besonders bedeutsam Texte zu produzieren, sich mitteilen zu können. Da in dieser Entwicklungsphase die Rechtschreibung für ein Kind keine Bedeutung hat, wäre es eine negative Handlung, die Texte der Kinder zu korrigieren. Denn ein Kind entwickelt erst ab dem 5. Schuljahr ein Eigeninteresse für die Richtigkeit von geschriebenen Wörtern. Handeln wir Erwachsenen bei diesem Punkt falsch, kann das Kind die Lust am Lernen schnell verlieren. Also ist es für uns wichtig darauf zu achten, was das Kind gerade für seine individuelle Entwicklung benötigt.

Selbstständigkeit ist das Ergebnis einer Entwicklungsgerechten Pädagogik

Kann sich ein Kind gemäß dem eigenen inneren Entwicklungsplan entwickeln, dann wird es zu einer eigenständigen sowie selbsttätigen Persönlichkeit heran wachsen. Diesen Eindruck haben durch die Kinder in der Sekundaria erhalten. Diese Kinder lieben es zum Beispiel zu kochen. Sie haben auch gemeinsam entschieden ihre Kosten selbst zu finanzieren. Die Jugendlichen starten immer wieder Projekte, wie Verkauf von selbstgemachter Marmelade, Basteleien, Gestecken, und vieles mehr, um Geld für die Finanzierung ihrer Lebensmittel zu erhalten. Durch diese und andere Vorhaben, wird die Selbstständigkeit immens gefördert. Daraus entstehen wirklich beeindruckende Persönlichkeiten.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und anderen kreativen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Was heißt Lernen?

lernen

  • Lernen ist persönlich. Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, wie er lernt. Die Berücksichtigung verschiedener Lerntypen und verschiedener Lerntempi ist wichtig.
  • Lernen ist lösungs- und ressourcenorientiert. Die Sichtweise des Lernens im kognitiven wie im sozialen Bereich soll auf Lösungen auf Ressourcen gerichtet sein. Was gelingt, wird hervorgehoben. Gelungenes ist Hinweis auf sinnvolle Lernstrategien und weitere Lernerfolge. Dies ist sehr motivierend.
  • Lernen ist aktives Tun. Selber tun, selber erklären, selber Ideen entwickeln, selber Lösungen finden, selber Notizen machen und Erklärungen sind Aktivitäten, welche nachhaltiges Lernen fördern.
  • Lernen muss bedeutsam sein. Lernen auf Vorrat ist nur noch beschränkt nützlich. Lernangebote sollen für Kinder mehrheitlich schon jetzt einen Sinn ergeben und für sie momentan von Nutzen sein.
  • Lernen ist langsam. Sehr viele Lernprozesse brauchen viel Zeit. Kindern muss diese Zeit gelassen werden.
  • Lernen ist sprunghaft. Oftmals verlaufen Lernprozesse nicht linear. Viele Lernprozesse brauchen Verdauung. Dies ist oft nicht sichtbar, kommt dann aber plötzlich zum Vorschein.
  • Lernen geschieht mit anderen Menschen. Der Austausch mit andern, Kommunikation und Konfliktbewältigung auf konstruktive Weise sind wesentliche Elemente des Lernens.
  • Lernen soll nachhaltig sein. Wenn Lernen viele dieser Leitsätze erfüllt, wird es nachhaltige Wirkung haben.
  • Lernen ist Erkennen und Gebrauchen von Lernstrategien. Regelmäßiges Nachdenken über Lernstrategien fördert die Fähigkeit immer wieder neu erfolgreich zu lernen.
  • Lernen geschieht auch aus Fehlern. Fehler sind nützliche Hinweise auf weitere Lernfelder. Darum sind Fehler nützlich. Mit Fehlern kann konstruktiv umgegangen werden.

(Quelle: Laborschule Bielefeld)

Unterschied zwischen Lernen und Ausführen

An unseren Schulen ist noch immer das Ausführen von vorgegebenen Themen in „Mode“. Der / die LehrerIn kommt in die Klasse und stellt ein Thema vor, das für die Schülerinnen weder bedeutsam noch sinnvoll erscheint. In diesem Fall ist der / die SchülerIn in einer ausführenden Rolle. Er / Sie tut das, was ihm/ ihr vorgegeben wird. (=Pflichterfüller). Alle machen zur selben Zeit, im selben Raum das selbe Thema.

Beschäftigt sich der / die einzelne SchülerIn mit einer Aufgabe, die für ihn/ sie gerade in diesem Moment eine Bedeutung hat, egal ob alleine oder in einer Gruppe, dann ist er/sie in der Roller des/der Gestalterin. (Das Kind lernt, was für es und sein Leben wichtig ist.)

Wenn wir von Lernen sprechen, dann braucht es dafür jene bestimmte Bedingungen, welche oben beschrieben wurden. Wenn das Kind diese Bedingungen nicht erhält, dann sprechen wir nur von bloßem Ausführen von Themen, was für das Kind nicht nachhaltig ist und weitgehend zu Frust führt. Aus diesem Grund erscheinen uns die Kinder schwierig.

„Ist ein Eiswürfel, der unter der Wärme der Sonne schmilzt schwierig oder hat er einfach die falschen Bedingungen?“

Denkt über diese Aussage nach und übertragt sie auf eure Kinder.

Deshalb sind wir in der Verantwortung Bedingungen zu schaffen, damit ein Kind lernen kann.