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Lernort Schulgarten Telfs

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Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 begaben wir uns wieder auf Reisen. Unser Ziel war diesmal der Schulgarten in Telfs, eine aktive Montessori-Schule in Tirol.

Am 15. Oktober 2016 fand dort ein Tag der offenen Türe statt. Nach einer netten Begrüßung durch die Schulleitung sowie den MitarbeiterInnen wurden wir im Rahmen einer Schulführung durch das Gelände geführt und konnten viele interessante Eindrücke mitnehmen.

Einteilung in Jahrgangsgemischte Gruppen

Die Kinder werden im Schulgarten in die Primaria 1 (1.-3. Schuljahr), Primaria 2 (4.-6. Schuljahr) sowie Sekundaria (7.-9 Schuljahr) eingeteilt. Durch die Jahrgangsmischung wird gewährleistet, dass die jüngeren Schülerinnen von den älteren Schülerinnen unterstützt werden. Somit entsteht auch ein optimales soziales Gefüge, was für die Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung ist.

Entwicklungsgerechte Pädagogik

Im Schulgarten Telfs (Tirol) wird die Pädagogik der Entwicklung des Kindes angepasst. Das heißt, dass Inhalte sowohl früher als auch später im Lernprozess vorkommen. Kinder in der Primaria 1 rechnen im Zahlenraum bis zu einer Million, beschäftigen sich mit der Erdgeschichte, den Dinosauriern und führen verschiedenste Experimente durch. Dennoch bleibt das Thema „Rechtschreibung“ eher im Hintergrund und kommt erst später. Es fließen dabei Elemente von Montessori, Wild und ähnlichem ein.

Lernlust soll geweckt werden

Damit die Kinder eine Freude am Lernen erhalten, ist es wichtig, dass sie ins „Tun“ kommen. Es ist also wichtig, dass sich Kinder mit Freude einer Sache widmen und, dass sie nicht ständig korrigiert werden. Zum Beispiel ist es für Kinder in der Primaria 1 besonders bedeutsam Texte zu produzieren, sich mitteilen zu können. Da in dieser Entwicklungsphase die Rechtschreibung für ein Kind keine Bedeutung hat, wäre es eine negative Handlung, die Texte der Kinder zu korrigieren. Denn ein Kind entwickelt erst ab dem 5. Schuljahr ein Eigeninteresse für die Richtigkeit von geschriebenen Wörtern. Handeln wir Erwachsenen bei diesem Punkt falsch, kann das Kind die Lust am Lernen schnell verlieren. Also ist es für uns wichtig darauf zu achten, was das Kind gerade für seine individuelle Entwicklung benötigt.

Selbstständigkeit ist das Ergebnis einer Entwicklungsgerechten Pädagogik

Kann sich ein Kind gemäß dem eigenen inneren Entwicklungsplan entwickeln, dann wird es zu einer eigenständigen sowie selbsttätigen Persönlichkeit heran wachsen. Diesen Eindruck haben durch die Kinder in der Sekundaria erhalten. Diese Kinder lieben es zum Beispiel zu kochen. Sie haben auch gemeinsam entschieden ihre Kosten selbst zu finanzieren. Die Jugendlichen starten immer wieder Projekte, wie Verkauf von selbstgemachter Marmelade, Basteleien, Gestecken, und vieles mehr, um Geld für die Finanzierung ihrer Lebensmittel zu erhalten. Durch diese und andere Vorhaben, wird die Selbstständigkeit immens gefördert. Daraus entstehen wirklich beeindruckende Persönlichkeiten.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und anderen kreativen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Die 10 größten Lernlust-Killer

Lernlustkiller

                                                               Die 10 größten Lernlust-Killer

Lernen ist einem dem Menschen angeborene Fähigkeit. Kinder wollen bereits im Mutterleib nur eines: Sie wollen lernen. Ähnlich wie bei einem Fisch, der schwimmen will oder einem Vogel, der fliegen will, so packt es einen Menschen mit der Lernlust. Doch die Menschheit hat es geschafft, dass wir die Lust an unserer angeborenen Lernfreude verlieren und das Lernen als eine mühsame, anstrengende sowie belastende Tätigkeit empfinden. Wobei uns doch die Kinder in ihren ersten Lebensjahren zeigen, mit wie viel Freude sie neue Erfahrungen machen, indem sie im Zuge des Spielens auf eine Entdeckungsreise gehen und darauß sehr viel für sich selbst lernen. Jedoch lassen wir unsere Kinder nicht mehr spielen sondern stecken sie stattdessen in Schulen, wo zahlreiche Lernlust-Killer lauern, die den Kindern die Freude am Lernen nehmen. Die 10 größten Lernlust-Killer möchte ich hier zum Ausdruck bringen:

Lernlustkiller 1:
Überfrachtete Lehrpläne

In unseren Lehrplänen regiert die „Zuvielisation“. Wir mästen unsere Kinder mit Detailwissen und noch mehr Detailwissen – zulasten von grundlegendem Allgemeinwissen und Zusammenhängen. Und von all dem Spezialwissen bleiben am Schluss nur Wissensfetzen.

Lernlustkiller 2:
Der fehlende Sinn des Lernstoffs

Unsere Kinder ahnen oft schon sehr früh, dass vieles von dem, was sie heute in der Schule lernen müssen, nicht viel mit ihrem späteren Leben zu tun hat.

Lernlustkiller 3:
Langeweile im Unterricht

Unsere Schulen achten in der Regel nur wenig darauf, welche Lernbedürfnisse die einzelnen Kinder haben.

Lernlustkiller 4:
Angst vor schlechten Noten

Ob schriftlich oder mündlich, angesagt oder unangekündigt – Gelegenheit für Prüfungs- und Versagensängste gibt es auch heute noch reichlich.

Lernlustkiller 5:
Schule als Selbstwertbedrohung

Die Kränkung des Selbstwerts hat System. Lehrer sind Teil dieses rigiden Systems, sozialisiert im Perfektions- und Notenwahn. Wir kennen es nicht anders, es ist für uns die Normalität.

Lernlustkiller 6:
Fehlende Nähe zum Lehrer

Den Lehrern ist der Stoff, den der Lehrplan vorgibt, wichtiger, als die Bedürfnisse eines jeden einzelnen Kindes.

Lernlustkiller 7:
Abstrakte Lernmethoden ohne Langzeitwirkung

Wenn ich ein Regal aus dem Möbelmarkt zusammenbauen und an der Wand befestigen möchte, benötige ich mehr Werkzeug als nur einen Hammer. Am besten habe ich gleich einen ganzen Werkzeugkasten, aus dem ich auswählen kann, was ich gerade brauche: Bohrer, Schraubenzieher, Schraubenschlüssel, Akku-Schrauber, Inbusschlüssel, Wasserwaage, Hammer, Winkel, Hobel. Das ist uns allen sonnenklar. Wenn es aber um das Lernen geht, fehlt uns diese Logik.

Lernlustkiller 8:
Unzureichende Hirnnahrung

Schon bei der Geburt besitzt das Gehirn eines Kindes eine bestimmte Grundstruktur, die zum einen genetisch festgelegt ist, zum anderen durch die ersten „Umwelt“-Erfahrungen im Mutterleib geprägt wurde. Am genetischen Bauplan können wir nicht viel ändern, jedoch ist unser Gehirn kein starres Gebilde, sondern flexibel und formbar. Es liegt an uns, positiven Einfluss auf das Gehirn auszuüben – etwa, indem wir den Kindern eine anregende Lernumgebung und begeisternde Lernmöglichkeiten bereitstellen.

Lernlustkiller 9:
Zu wenig Pausen, zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf

  • Wir lassen die Kinder zu lange am Stück arbeiten.
  • Wir unterschätzen die Macht des Schlafes.
  • Wir lassen sie zu lange still sitzen.

Lernlustkiller 10:
Fremdbestimmung beim Lernen

Ein weiteres Hemmnis auf dem Weg zur Verantwortlichkeit sind wir Erwachsenen selbst: Es fällt uns Erwachsenen oft sehr schwer, den Heranwachsenden die Verantwortung für das Lernen nach und nach zu übergeben und sie ihren Weg selber gehen zu lassen.

Wer mehr über dieses Thema erfahren möchte, kann uns eine Anfrage über unser Kontaktformular senden.