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Implizites Lernen

Implizites Lernen

In unserem Kulturkreis und in unseren Schulen ist es üblich, dass wir Wissen von außen eingetrichtert bekommen, welches dann zudem mit unserem Leben überhaupt nicht verknüpft ist und somit auch für uns selbst keine Bedeutung hat. (=Explizites Lernen)

Kinder brauchen für ihre Entwicklung implizites Lernen

Wir nehmen durch unsere Umwelt, durch unsere Mitmenschen sowie durch unsere Umgebung sehr viel Wissen auf, das wir unbewusst wahrnehmen und das sich in uns im Laufe der Zeit entfaltet. Als Beispiele sind dabei unsere Sprache, das Laufen, soziale Fähigkeiten, die Grammatik der Muttersprache, das Radfahren, usw… zu nennen. Wir erlernen durch Erfahrungen und Entdeckungen eine Tätigkeit, machen somit Fortschritte in unserer Entwicklung und entfalten so unsere Persönlichkeit.  Diese unbewusste Aufnahme von Wissen (Sprachen, Laufen, Grammatik, usw…) wird als implizites Lernen bezeichnen. Durch eine vorbereitete Umgebung sowie durch Menschen, die eine gute Bindung zu den Kindern aufbauen und Vorbildern an denen sich die Kinder orientieren können wird das implizite Lernen ermöglicht.

  • Wir brauchen Lernorten, an denen die Kinder implizit Lernen können.
  • Wir brauchen Lernorte, an denen die Neurodidaktik angewendet wird.
  • Wir brauchen Lernorte, an denen sich Menschen befinden, die eine gute Bindung zu den Kindern aufbauen.
  • Wir brauchen Lernorte mit Vorbildern, an denen sich die Kinder angstfrei orientieren können.
  • Wir brauchen Lernorte mit einer Vorbereiteten Umgebung, in der sich Kinder nach ihrem eigenen Entwicklungsplan entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können.

Macht euch also auf und gestaltet eure Lernorte so, dass implizites Lernen möglich wird.

Lernort: Erdkinder-Projekt Eberharting (Bayern)

Erdkinderprojekt Eberharting
Bildnachweis: http://www.erdkinder.de

Ganz klar ein Lernort, der zum „Tun“ aufruft. Schon einfach nur die Seite aufrufen, hineinlesen und sich an den Bildern erfreuen reichen für genug Inspiration, den eigenen Lernort etwas aufzufrischen. Wer noch weitergehen möchte, könnte diesem Lernort sogar einen Besuch abstatten. Weit wäre es ja nicht.

Als Lernkulturen 3.0 stoßen wir mit diesem Lernort auf eine Goldgrube an wohltuenden Bedingungen und Umsetzungen für das gemeinschaftliche Lernen von Kindern und Erwachsenen. Seht und spürt mit euren eigenen Sinnen, was solche Lernorte für uns alle bedeuten…und wie sie sich von den herkömmlichen Schulen unterscheiden.

 

Wann beginnt die Entwicklung des Kindes?

Entwicklung

Eine Welt, die uns sehr unbekannt erscheint und erst seit neuester Zeit von Forschern erschlossen wird ist jene Welt unserer Babys und Kleinkindern. Wir denken oft diese kleinen Menschen liegen in ihrer ersten Lebenszeit nur rum, machen eh keine bemerkenswerten Erfahrungen, und lernen wäre sowie erst Zukunftsmusik, die erst mit 6 Jahren Wirklichkeit werden soll.

Entwicklung in der Schwangerschaft

Dabei werden Erfahrungen bereits in der Schwangerschaft gemacht. Durch das Hören der Stimme der Mutter wird die äußere Umwelt wahrgenommen, das Kind macht durch Bewegung Erfahrungen im Mutterleib, spürt das es einen Körper hat und nimmt durch verschiedene Sinneseindrücke Gefühle sowie Schmerz war.

Informationen über die Entwicklung vom Embryo zum Baby in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Entwicklung nach der Geburt / Die Ersten Lebensjahre

Mit der Geburt macht das Kind weitere Erfahrungen. Es atmet zum ersten Mal Luft, nimmt mit seinen Augen die äußere Umwelt wahr, erkennt Personen (vor allem die Mutter) an der Stimme wieder, nimmt mit den Sinnen weitere Eindrücke auf und bekommt ein Gefühl der Geborgenheit, welches das Grundbedürfnis der Verbundenheit stillt. Eine weitere Erfahrung, die das Kleinkind macht ist ständig zu wachsen – körperlich und geistig. Damit es in diesem Wachstum seinem inneren Entwicklungsplan folgen kann braucht es natürlich das nötige Wissen seiner BegleiterInnen über die Entwicklung von Kindern sowie die richtige Umgebung.

Informationen über das Wissen und die Umgebung, in welcher sich ein Kind gemäß des eigenen inneren Entwicklungsplanes entwickeln kann finden Sie in den folgenden Links:

Wir brauchen das Wissen über die Entwicklung von Kindern

Denn es sind genau das Wissen und die Umgebung, welche die Potentiale, die in einem Kind stecken, entfalten lassen. Die BegleiterInnen des Kindes sollen wissen, was es in welcher Altersstufe braucht bzw. was im Zuge es inneren Entwicklungsplans in welcher Altersstufe zum Vorschein tritt. Informationen über die einzelnen Entwicklungsstufen können Sie unter folgenden Links finden:

Entwicklung ist ganzheitlich und kennt keine zeitlichen Grenzen

Wir müssen also versuchen die Entwicklung des Kindes ganzheitlich und nicht in einzelne Abschnitte getrennt einordnet zu sehen. Denn genau diese Einschnitte in das Leben der Kinder hindern die Entfaltung ihrer angeborenen Persönlichkeit. Die Entwicklung eines Menschen beginnt schon vor der Geburt und vollzieht sich das gesamte Leben lang. Der innere Entwicklungsplan eines Menschen kennt keine zeitlichen Grenzen. Aber wir Menschen machen diese Grenzen. Ein Beispiel eines solchen Einschnittes wäre der Beginn der Schulbildung mit ca. 6 Jahren. Es gibt jedoch Kinder, die schon mit 5 Jahren oder früher dafür bereit wären oder aber auch Kinder die es noch nicht mit 7 Jahren oder später sind. Diese starren Strukturen stimmen überhaupt nicht mit dem inneren Entwicklungsplan des Kindes überein.

Aufruf, an alle, die mit Kindern zu tun haben

Warum machen wir das aber so? Der Grund liegt darin, dass uns das Wissen über die Entwicklung von Kindern fehlt. Darum ein Aufruf an alle, die mit Kindern zu tun haben, sei es zu Hause, in der Kinderkrippe, im Kindergarten oder in der Schule, eignet euch das Wissen über die Entwicklung des Kindes an, damit sich die Persönlichkeit und die Potentiale nach dem inneren Entwicklungsplan entfalten können.

Die folgende Dokumentation soll euch dabei unterstützen einen Anfang zu machen.

Falls ihr Fragen zum Thema Entwicklung von Kindern habt oder mehr über dieses Thema wissen wollt, dann schreibt uns über unser Kontaktformular und wir stehen gerne für eine Beratung zur Verfügung.

 

Helen Keller – Die Welt mit nur drei Sinnen begreifen

Helen Keller

Alles was wir verstehen, ist durch unsere Sinne (Sehsinn, Gehörsinn, Tastsinn, Geschmacksinn und Geruchssinn) in unser Gehirn gekommen. Was ist aber, wenn uns der Sehsinn und zugleich der Gehörsinn verloren gehen, wir also taubblind sind? Können wir ohne etwas zu sehen und ohne etwas zu hören lernen? Klingt unvorstellbar für jene Menschen, die alle fünf Sinne in voller Funktion besitzen.

Im Zuge meiner Entdeckungen bin ich auf eine Persönlichkeit gestoßen, die uns beweist, dass Lernen auch ohne sehen und hören funktionieren kann, wenn nicht sogar besser. Ihr Name ist Helen Keller, sie stammt aus den USA und wurde mit nur 19 Monaten durch eine Hirnhautentzündung taubblind. Sie konnte also weder sehen noch hören noch sprechen. Es schien unmöglich, dass Helen Keller eine Sprache erlernt, sich verständigen kann oder Zusammenhänge in der Welt verstehen kann. Doch durch die 21-jährige Lehrerin Anne Sullivan, die Vertrauen in Helen Keller hatte, wurde das Begreifen der Welt möglich. Nur mit Hilfe des Tast-, Geschmack- und Geruchssinnes konnte Helen Keller die Welt und ihre Zusammenhänge verstehen. Durch das Ertasten erlernte sie mehrere Sprachen, absolvierte ein Studium und arbeitete als Schriftstellerin.

Unsere Schulen wenden vor allem zwei Sinne an: Sehen und Hören

In unseren Schulen wird viel zu viel nur dem Seh- und Gehörsinn Beachtung geschenkt. Diese einseitig zweisinnige Gewichtung lässt aus hirnphysiologischer Hinsicht nur eine Memorierung der Ereignisse zu. Eine nachhaltige Verankerung findet aber nur mit Hilfe des fühlenden Tastsinnes statt. Durch ihn geht das Erlebte „unter die Haut“, es wird befühlt und berührt. Es findet eine direkte Verbindung zwischen Körper und Umwelt statt. Leider werden bis auf wenige Ausnahmen die drei weiteren Sinne, Tast-, Geschmack- sowie der Geruchssinn, kaum in Erwägung gezogen.

Neu denken über das, was immer schon war

Dieser Artikel und die weiteren Information sollen zeigen, welche Bedeutung wir auch den anderen drei Sinnen geben sollten, damit Lernen nachhaltiger wird. Allein zu hören und zu sehen reichen nicht aus. Zudem braucht es Menschen die das nötige Vertrauen aufbringen und an den inneren Entwicklungsplan eines jeden Menschen glauben. Mit dieser inneren Haltung und dem Vertrauen ist ganzheitliches Lernen in Verbindung mit den richtigen Bedingungen möglich.

Hier wichtige Links zum Lernen mit dem Tastsinn:

Helen Keller – Eine taubblinde Schriftstellerin
Helen Keller – Biographie
Helen Keller – The Story of my Life –> Ein Muss für jeden, der sich für Lernen interessiert
Helen Keller Youtube
Die Bedeutung des Tastsinnes für das Lernen

Schaut euch die Links an und teilt uns über unser Kontaktformular eure Meinung mit.

Die Schule – Ein Ort der Leistung?

Die Leistungsformel mal anders
Mit der Kraft der Physik das Schulsystem auf ein neues Fundament stellen.

Gegründet auf einem pädagogischen Fundament, das dem Nützlichkeitsprinzip unterworfen wurde, haben sich die Schulen bislang an ihre traditionelle Rolle geklammert. In ihren Grundfesten beweist die Schule immer wieder, wie robust sie gegenüber Veränderungen ist. Die Angst, Schulen könnten sich in Lernorte auflösen, die voneinander unabhängig, verschiedene pädagogische Konzepte anwendend, Menschen unterschiedlich erziehend ihre Wege gehen, hat das zentral organisierte Schulsystem weitgehend gleich bleiben lassen. Bereits wenige Beispiele bezeugen diese Behauptung:

  • Der Unterricht erfolgt meist durch eine Lehrperson, die als „Vorgesetzte“ der Klasse die Regeln, den Ablauf, die Lernziele – kurz gesagt „alles“ – festlegt. Der Einfluss der SchülerInnen ist minimal.
  • Die SchülerInnen werden prinzipiell belehrt. Das heißt, ihre Entscheidung, was gelernt wird, wird zumeist weggedrängt. Es zählt die Vorgabe der Lehrperson, der Schule. Es heißt, SchülerInnen müssen von Erfahreneren (den Erwachsenen) gelehrt werden. Selbstständige Versuche, sich Wissen anzueignen, werden unterdrückt.
  • Eltern werden bewusst aus dem unterrichtlichen Ablauf ausgeklammert. Einzig und allein Elternsprechtage und Schulforen erlauben den Eltern auf gesetzlicher Basis Einsicht in das Unterrichtsgeschehen. Generell ist ein regelmäßiger Austausch der Schule mit den Eltern nur auf „Problemschüler“ begrenzt.
  • Das Schulsystem wird größtenteils zentral reguliert. Die Schulleitung ist der hierarchische Vorgesetzte der Lehrpersonen, wiederum eingebettet in einem großen bürokratisch, hierarchisch organisierten System, das durch Verordnungen und Gesetzen von oben den Unterricht am Standort kontrolliert. Der Einfluss der Schulleitung begrenzt sich auf die dienende Umsetzung der Gesetze sowie organisatorische Angelegenheiten.

Sicherlich werden einige LeserInnen bestreiten, es gäbe doch reformpädagogische Ansätze, Schulversuche, private Initiativen, Lehrpersonen, die ihren Unterricht neu gestalten und Schule, die mit neuen Konzepten auffahren. Doch jene innovativen Orte sind entweder rar, haben eindeutig politische Unterstützung, überleben nur in Privatschulen, oder sind und bleiben einfach „nur“ SchulVERSUCHE.

Schulen versus Lernorte

Niki Glattauer, ein bekannter Schriftsteller und Lehrer in Wien, zeigte in einem Gespräch mit Stefan Hasenauer den markanten Unterschied zwischen Schulen und Lernorten auf:

In Schulen richte man den Fokus auf Leistung, in Lernorten hingegen auf ein ganzheitliches, nachhaltiges Lernen.

Lernorte der Gemeinschaft sind keinesfalls leistungslos, sie legen ihren Fokus jedoch auf einen wesentlicheren Teil des Lebens: Der Ganzheitlichkeit. Hingegen das Nützlichkeitsprinzip fördert hauptsächlich Leistung, festgelegt durch den zentral vorgegebenen Lehrplan und die subjektiven Anforderungen der Lehrperson. In mathematischem Sinne entspricht dieser der investierten Arbeit in einer bestimmten Zeit. Jener Zeit, die durch die Stunden am Vormittag und der Pflichtschulzeit begrenzt ist. Die erbrachte Leistung wird logischerweise eingeengt, festgelegt durch die zur Verfügung stehende Zeit und den Druck der erwarteten Leistung pro Zeit. Nur die „Besten“ kommen durch, die „Schwachen“ bleiben hinten oder fallen heraus.

Aus Leistung wird die Gesamtheit des Lernens

Was wäre, wenn wir diese Gleichung, an der sich das Nützlichkeitsprinzip der Schulen orientiert, etwas verändern, um sie an unsere Lernorte der Gemeinschaft, die sich nach dem Ganzheitlichkeitsprinzip orientieren, anzupassen?

Leistung wäre dann immer noch die verrichtete Arbeit pro Zeiteinheit. Doch weder soll Zeit bei uns begrenzt sein noch Leistung in unserem Fokus stehen. Dazu müssen wir zuerst Leistung durch die Gesamtheit (Ganzheitlichkeit) des Lernens ersetzen. Anschließend kehren wir die Gleichung um, damit Zeit nicht mehr hemmend wirkt:

Aus [Leistung =Arbeit / Zeit] wird [Arbeit = Gesamtheit des Lernens * Zeit]

Der immense Vorteil

Die entstehende Arbeit (Energie) wird durch das Einbeziehen aller Lernfelder, Lernerfahrungen, Lernimpulse (Gesamtheit des Lernens) bereichert und durch das Zeitnehmen, das Zeitlassen noch weiter gesteigert. Wäre Zeit nicht der hemmende Faktor und Leistung mehr als nur „Lernen nach Vorgabe“, dann hätten wir auf einmal ein Schulsystem, das viel effizienter, viel wertschätzender, viel umfangreicher arbeiten würde.

Nehmen wir die Kraft physikalischer Gesetze und passen sie an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft an. Nützen wir sie um zu heilen, und um das Schulsystem grundauf zu verändern. Steht auf, wenn ihr schon losgestartet seid und lasst es uns wissen!