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„Teaching Thinking“ – Denken macht den Menschen!

Teaching Thinking

Eine der Voraussetzungen für eine gelingende Lernkultur 3.0 sind kulturelle Maßnahmen, die ALLE in Schulen, an Lernorten, in der Gesellschaft, am Leben, beteiligen. Dazu braucht es demokratische Strukturen, die es allen erlauben, an einem Meinungs- oder Entscheidungsprozess teilzunehmen.

Das Buch „Teaching Thinking“ von Robert Fisher gibt uns diese Werkzeuge in die Hand. Durch den philosophischen Zugang wird das kritische Denken angeregt sowie moralische und soziale Werte für einen gemeinsamen Gesellschaftsvertrag gefördert. An jedem Lernort lässt sich durch das philosophische Gespräch eine Atmosphäre der gegenseitigen Anerkennung, Wertschätzung und Teilhabe erschaffen.

„Teaching Thinking“ heißt:

  • Neugierig sein
  • Behilflich sein
  • Kritisch sein
  • Kreativ sein
  • Fürsorglich sein

Wenn das nicht wunderbare Bedingungen für Lernkulturen 3.0 sind!

Hier gibt es einen kurzen Beitrag (auf Englisch) darüber, warum „Denken können“ essentiell für gemeinschaftliche Gesellschaft ist.

Frederick Mayer: Eine neue Bildung für eine neue Gesellschaft

Eine neue Bildung - Frederick Mayer

Wie kann eine neue Auffassung von Erziehung zu einer echten Reform der Gesellschaft – vielleicht auch zu einer Rückbesinnung auf eine natürlichen Erziehung von Menschen – führen?

Der Begriff der „dynamischen Erziehung“ ist für Frederick Mayer der Schlüssel zu einem neuen Verständnis und verbesserten Umgang mit der Erziehung von Menschen. Bereits im ersten Absatz liest der Leser, dass Mayer der Überzeugung ist, „[…] dass der Begriff ‚Erziehung‘ bisher zu eng gefasst wurde. Die meisten Theoretiker konzentrierten sich auf Schulerfahrungen. […] Dynamische Erziehung erstreckt sich von alten Entwicklungen bis in unser Jahrhundert, vom Kindergarten bis zur Reifeprüfung, von philosophischen Zielen zu Problemen des elterlichen Einflusses.“

Lernkulturen 3.0 achten die natürliche Entwicklung. Das erfordert, wie Mayer auch schreibt, sowohl eine „Entbürokratisierung“ der Erziehung, die nur Routine und Anpassung liebt, als auch ein Zurückdrängen großer Institutionen, die im seinen Sinne in der Geschichte der Erziehung und Kultur überlicherweise Versager waren.

Der Grund: Authentische Erziehung erfordert persönliche Anregung. Sie erfordert eine ICH-DU-Begegnung.

Wenn es um den Bedeutungsunterschied von ERziehung und BEziehung geht, dann erkenne ich bei Mayer, dass seine Beschreibung der Erziehung sehr wohl eine gegenseitigen Anerkennung voraussetzt. Es ist nicht die herkömmliche Form der Erziehung gemeint, die am Misserfolg orientiert ist, keine dauernden Interessen schafft, statusorientiert ist, irreführend ist, kritisches Denken untersagt oder in einen nie endenden alten Trott mit schwerwiegenden seelischen Konsequenzen für alle Beteiligten führt.

Nein!

Eine erziehende Beziehung ist gemeint. Sie beinhaltet die ebenso notwendige Verantwortung der Erwachsenen gegenüber den Kindern, die Verantwortung der älteren Gegeneration gegenüber der jüngeren, die Verantwortung des Erfahrenen gegenüber dem Unerfahrenen. Unsere Liste der „Bedingungen für eine natürliche Entwicklung“ hat einige Punkte, welche diese Verantwortung ansprechen.

Eine neue Bildung für eine neue Gesellschaft. Ein provozierendes Buch, das die Gegenwart entwirrt und den Blick auf eine konstruktive Zukunft ermöglicht.

Die mündige Schule: Buntbuch Schulautonomie

Die mündige Schule„Die mündige Schule: Buntbuch Schulautonomie“ ist eine Veröffentlichung der überparteilichen Bildungsinitiative „Talente blühen“. Die Herausgeber sind Matthias Strolz und Michal Unger. Geschrieben wurde dieses Buch von der Vielfalt an Menschen in und außerhalb von Österreich, die sich alle dem Thema „Schulautonomie“ widmeten. Personen der Schulgemeinschaft, des Expertentums sowie der Politik zeigen die Vor- und Nachteile der Schulautonomie kritisch konstruktiv auf und bieten Verbesserungen für das österreichische Bildungssystem an.

Lernorte, an denen sich die Menschen natürlich entwicklen dürfen, benötigen eine hohe Ausprägung an Schulautonomie. Wenn nicht vor Ort bestimmt werden dürfte, wer mit welcher Ausbildung dort arbeitet, wie und wo das Geld eingesetzt wird und vor allem wie der pädagogische Umgang mit den SchülerInnen stattfindet, dann würden diese Lernorte in die personelle, finanzielle und pädagogische Abhängigkeit von entfernten Schulaufsichtsbehörden gedrängt werden. Von einer „natürlichen Entwicklung“, welche die Potentiale jedes einzelnen Kindes hebt, wäre sehr schnell keine Rede mehr, sollten beispielsweise Lehrplanpläne zwanghaft erfüllt, Geld für fremdbestimmte Zwecke ausgegeben, Ziffernnoten vergeben oder veränderungsunwillige PädagogInnen aufgenommen werden müssen.

Das Buntbuch Schulautonomie lässt sich unter http://www.talentebluehen.at/buntbuch/ erwerben.