Stefan Tilg

Stefan TilgSeit meiner Kindheit hinterfrage ich die natürlichen Gegebenheiten unseres Lebens:
„Warum streiten Menschen?“
„Warum bekomme ich Angst?“
„Warum brauchen wir Schule?“
„Wie kommunizieren Menschen wertschätzend miteinander?“
„Worin liegt die Quelle unseres Glücks?“

Dadurch hat sich mein Leben nie einfach, aber spannend gestaltet. Gesellschaftliche Herausforderungen ziehen mich an, da in Ihnen viel Veränderungspotential liegt. Ein Zitat der „Geheimen Lehren aller Zeiten“ zeugt von meiner Motivation:

In der Welt zu leben, ohne sich ihrer Bedeutung bewusst zu werden, ist wie in einer großen Bibliothek herumzuirren, ohne die Bücher anzurühren.

Das führt mich zu meiner momentanen und viel geliebten Beschäftigung: Meiner Rolle als Lehrperson. Seit einem Jahr bin ich im Tiroler Schuldienst angestellt. Derzeit arbeite ich an einer Kleinschule mit 36 Kindern und insgesamt 3 Lehrpersonen. Dort gestalte ich den Bildungsweg für junge Menschen auf eine Art und Weise, welche den Lernwillen und die Lernkapazität der Schüler_innen respektiert. Keine einfache Aufgabe, jedoch in  Zusammenarbeit mit dem Lehrpersonal, den Kindern und den Eltern umsetzbar!

Der Grund für meine Berufswahl besteht in der besonderen Stellung als Lehrperson. Ich darf junge Menschen begleiten, sie auf ihren Lernwegen unterstützen, mit ihnen über das Leben in unserer Gesellschaft sprechen und meinen Beitrag leisten, damit aus ihnen Erwachsene mit einer gesunden, selbstständigen und mutigen Persönlichkeit werden. Die Fürsorge für junge Menschen ist für mich damit eine der wichtigsten Berufungen der Welt. Mir mich gilt der Vorsatz: Die älteren Generationen begleiten mit den besten Absichten die jüngeren.

Für eine Lernkultur der Gemeinschaft lasse ich mich immens begeistern. Darin liegt die Zukunft unserer Gesellschaft. Je mehr Räume wir dafür öffnen, desto mehr Menschen werden ihre eigenen Potentiale entdecken , ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihr eigenes Glück auf Erden finden. Es ist NICHT Aufgabe der älteren Generation, die jüngere in ihre Abhängigkeit zu ziehen, sie nach ihren Vorstellungen zu „erziehen“, sondern ihr einen gesundes, reiches Lernfeld vorzubereiten, in dem sie selbst Verantwortung für ihr Denken und Handeln übernehmen kann.

Wir brauchen Lernorte, darunter vor allem die Schulen, die aufbrechen, sich ihrer bisherigen Grundsätzen bewusst werden, von den verbrauchten und überholten loslassen und sich bei der Entwicklung innovatiger Konzepte an der modernen Gesellschaft orientieren. Das wird aus den Schulen Orte der Potentialentfaltung machen, wo man sich als Team zusammensetzt, gemeinsam ein Lernmodell überlegt, SchülerInnen, Eltern,die Gemeinde und alle weiteren Menschen aus der Umgebung bewusst miteinbezieht und mitbilden lässt.

Auch eine Firma oder eine private Organisation kann den Grundstein dazu legen. Voraussetzung ist der Bestand einer Lenkultur, wo Menschen von Menschen in gemeinschaftlicher Art und Weise voneinander lernen. Innovatives Wissen würde sich rasant entwickeln und verbreiten. Durch die intensivere Zusammenarbeit würde sich sich auch der Zusammenhalt in der Region steigern.

Lernen darf und soll überall stattfinden.

Mein bisheriger Werdegang von heute bis zur Matura:

  • seit September 2014: Volksschullehrer an einer Kleinschule in Tirol
  • September 2013 – Dezember 2015: Mitbegründer und Gastgeber des Innsbrucker Salons
  • 2011-2014: Ausbildung zum Volksschullehrer an der PH Tirol (Pädagogische Hochschule)
  • 2011-2014: ÖH-Vertreter, davon 2 Jahre als Vorsitzender
  • 2010-2011: Erkundungstouren in Europa und Amerika
  • 2007-2010: Ausbildung zum Biotechnologen am MCI (Management Center Innsbruck)
  • 2006: Matura an der HTL für Elektronik (Höherer technischer Lehrgang)

4 Gedanken zu “Stefan Tilg

  1. Hallo Stefan,

    schön, dass es auch noch männliche Volksschullehrer gibt – ich kenne nämlich sonst keinen!

    Tollen Blog habt ihr!

    Liebe Grüße aus NÖ,
    Petra

    1. Vielen Dank Petra, für deinen ermutigenden Kommentar.

      Ja, die Männlichkeit im Volksschulwesen ist gering, ich kenne auch nur wenige. Das darf sich ruhig ändern!

      Ich hoffe, wir bleiben im Kontakt. Vielleicht reden wir einmal, was du dir unter Lernkulturen 3.0 vorstellst.

      Lieben Gruß aus Tirol,
      Stefan

  2. Hallo Stefan,

    ich verstehe unter Lernkultur 3.0, dass Kinder in Gemeinschaft durch entsprechende Herausforderungen ihre Potentiale entfalten können und sie einfach so sein können wie sie sind. Du kennst sicher auch Gerald Hüther – ich finde seine Ideen auch sehr spannend.

    Die Natur ist auch sehr wichtig. Wir haben einen Bauernhof und bieten seit ca. 1 Jahr „Schule am Bauernhof“ für Volksschulkinder an, was auch sehr gut ankommt und uns auch gut gefällt. Da ich momentan in der Endphase meines Bildungswissenschaft-Studium bin, könnte ich mir auch vorstellen, den pädagogischen Bereich auf unserem Bauernhof etwas auszubauen. Ich finde nämlich, dass ein Bauernhof ein idealer Lernort ist – handlungsorientiert und bereichsübergreifend, real mit viel Naturerfahrung. Was meinst du dazu? Hier näheres über mich: https://baeuerinnenmelk.wordpress.com/2015/04/17/gebietsbauerin-stv-gebiet-ybbs/

    Liebe Grüße,
    Petra

    1. „Wunderbar“ kann ich da nur sagen! Deine Ansichten zu den Lernkulturen 3.0 treffen sehr gut die Vision. Gerald Hüther ist mit seinen Gedanken natürlich Teil unserer Aufklärung.
      Ich wohne hier an einem Hof, der ebenfalls Schule am Bauernhof anbietet. Wir haben hier außerdem die Alpenschule vor Ort. Der Ort heißt Westendorf. Wenn das kein bemerkenswerter Zufall ist, der uns zusammenführt! Freu mich, dass es auch in Melk diese Initiative gibt.
      Wie würdest du dir den pädagogischen Ausbau vorstellen? Der Bauernhof ist wahrhaftig ein echter Lernort, der den Lernenden viel zu bieten hat. Die natürliche Umgebung ist ein perfekter Lernbereiter für Kinder und Erwachsene!

      Hör mir gerne mehr von deinen Ideen und deinem Leben an.
      Alles Liebe,
      Stefan

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