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Helen Keller – Die Welt mit nur drei Sinnen begreifen

Helen Keller

Alles was wir verstehen, ist durch unsere Sinne (Sehsinn, Gehörsinn, Tastsinn, Geschmacksinn und Geruchssinn) in unser Gehirn gekommen. Was ist aber, wenn uns der Sehsinn und zugleich der Gehörsinn verloren gehen, wir also taubblind sind? Können wir ohne etwas zu sehen und ohne etwas zu hören lernen? Klingt unvorstellbar für jene Menschen, die alle fünf Sinne in voller Funktion besitzen.

Im Zuge meiner Entdeckungen bin ich auf eine Persönlichkeit gestoßen, die uns beweist, dass Lernen auch ohne sehen und hören funktionieren kann, wenn nicht sogar besser. Ihr Name ist Helen Keller, sie stammt aus den USA und wurde mit nur 19 Monaten durch eine Hirnhautentzündung taubblind. Sie konnte also weder sehen noch hören noch sprechen. Es schien unmöglich, dass Helen Keller eine Sprache erlernt, sich verständigen kann oder Zusammenhänge in der Welt verstehen kann. Doch durch die 21-jährige Lehrerin Anne Sullivan, die Vertrauen in Helen Keller hatte, wurde das Begreifen der Welt möglich. Nur mit Hilfe des Tast-, Geschmack- und Geruchssinnes konnte Helen Keller die Welt und ihre Zusammenhänge verstehen. Durch das Ertasten erlernte sie mehrere Sprachen, absolvierte ein Studium und arbeitete als Schriftstellerin.

Unsere Schulen wenden vor allem zwei Sinne an: Sehen und Hören

In unseren Schulen wird viel zu viel nur dem Seh- und Gehörsinn Beachtung geschenkt. Diese einseitig zweisinnige Gewichtung lässt aus hirnphysiologischer Hinsicht nur eine Memorierung der Ereignisse zu. Eine nachhaltige Verankerung findet aber nur mit Hilfe des fühlenden Tastsinnes statt. Durch ihn geht das Erlebte „unter die Haut“, es wird befühlt und berührt. Es findet eine direkte Verbindung zwischen Körper und Umwelt statt. Leider werden bis auf wenige Ausnahmen die drei weiteren Sinne, Tast-, Geschmack- sowie der Geruchssinn, kaum in Erwägung gezogen.

Neu denken über das, was immer schon war

Dieser Artikel und die weiteren Information sollen zeigen, welche Bedeutung wir auch den anderen drei Sinnen geben sollten, damit Lernen nachhaltiger wird. Allein zu hören und zu sehen reichen nicht aus. Zudem braucht es Menschen die das nötige Vertrauen aufbringen und an den inneren Entwicklungsplan eines jeden Menschen glauben. Mit dieser inneren Haltung und dem Vertrauen ist ganzheitliches Lernen in Verbindung mit den richtigen Bedingungen möglich.

Hier wichtige Links zum Lernen mit dem Tastsinn:

Helen Keller – Eine taubblinde Schriftstellerin
Helen Keller – Biographie
Helen Keller – The Story of my Life –> Ein Muss für jeden, der sich für Lernen interessiert
Helen Keller Youtube
Die Bedeutung des Tastsinnes für das Lernen

Schaut euch die Links an und teilt uns über unser Kontaktformular eure Meinung mit.

Der wesentliche Baustein: Die Vorbereitete Umgebung

In herkömmlichen Schulsystemen steht zumeist der Leistungserfolg funktionierender, pflichterfüllender SchülerInnen im Vordergrund. Es wird gelernt, was nützlich ist.

In Lernorten der Gemeinschaft liegt der Fokus auf dem sinnstiftenden Lebenswerk des Einzelnen (siehe dazu den Artikel „Erfolg ade, nur das Lebenswerk wirkt“). Die vorbereitete Umgebung ist der Grundstein dieser Lernorte. Was ich erlebt habe, lernen die Kinder dort äußerst entspannt und sind in ihre Arbeit vertieft. Aufgrund der demokratischen Erziehung herrscht dort auch eine harmonische Stimmung unter den Kindern.

Wir von den Lernkulturen sehen die Kinder (mit Einbeziehung der Gehirnforschung, Bindungsforschung und Entwicklungspsychologie) folgendermaßen: Ein Kind trägt bereits mit der Geburt viele Eigenschaften in sich, braucht aber natürliche Bedingungen, unter denen sich diese Merkmale entfalten können.

  • Vergleich um sich das vorstellen zu können: Ein Samenkorn eines Baumes enthält bereits alle Informationen (Farbe der Blätter, Wurzeln, Bildung einer Rinde, Photosynthese, Blätterabfall im Herbst, usw…) in sich. Niemand muss dieser Pflanze beibringen, wie sie wachsen kann. Schafft man für sie die richtigen Bedingungen (Wasser, Erde, Sonnenlicht, Wärme, Entfernung von Unkraut und Krankheiten, usw..) wird sie sich von ganz alleine entfalten und zu einem wunderschönen Baum heranwachsen, der selbständig mit seiner Umwelt klar kommt.

Bietet den Kindern die Vorbereitete Umgebung, in der sie ihren Bedürfnissen nachgehen können, und diese werden sich gemäß ihren Anlagen – über kurz oder lang – zu selbsttätigen, eigenständigen, lernfreudigen sowie harmonischen Menschen entwickeln.

Dabei ist diese Vorbereitete Umgebung mehr als nur ein Raum voll mit Materialien. Neben den Materialien braucht es LernbegleiterInnen mit einer inneren Haltung, die für eine entspannte Lernatmosphäre sorgen und für Strukturen sorgen, die eine ganzheitliche sowie demokratische Entwicklung ermöglichen.

Wer an seinem Lernort eine Vorbereitete Umgebung mit Materialien gestalten möchte, dem helfen sicher folgende Links weiter:

Montessori-Lernwelten
Nienhuis
Spielzeugmacher
Lernmaterial für Kinder
Schubi
Lernwerkstatt – Lippe
Manufaktur für Spielzeug

Bei Fragen oder Anregungen stehen wir von den Lernkulturen 3.0 gerne zur Verfügung. Bitte sendet uns dafür eine kurze Anfrage über unser Kontaktformular.

Woher stammt unser Schulsystem?

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Da es mich sehr interessiert, wie es zu diesen Strukturen unseres Schulwesens gekommen ist und was der Sinn dahinter war, habe ich mich auf Recherchearbeit gemacht:

Um unser heutiges Schulsystem zu verstehen, müssen wir eine Reise zu den Ursprüngen des österreichischen Schulwesens machen. Wozu wurde das Schulwesen überhaupt eingeführt? Welche Gedanken spielten damals eine Rolle? Welche Umstände haben das Schulwesen geprägt? usw….

Spannende Informationen und Antworten auf diese Fragen liefert folgende Website: Geschichte des Schulwesens

Bitte alle Menüpunkte (auf der linken Seite) durchlesen, dann kann sich jede und jeder selbst seine Meinung dazu bilden.

Wer Lust hat seine Gedanken und Meinungen zu dieser Thematik mitzuteilen, kann das in Form eines Kommentars oder über unser Kontaktformular erledigen.

Für mich persönlich ist folgender Satz äußerst interessant: „Die Reformen Maria Theresias und Josephs II. folgten stets einem Nützlichkeitsideal“

Ist das in den heutigen Schulen immer noch verankert? Werden die Kinder immer noch so gesehen, wie sie einmal für die Wirtschaft und die Gesellschaft sein sollen? Teile uns deine Meinung dazu mit.

Meine Erfahrungen in der LAIS-Schule Klagenfurt

LAIS Logo

Im September 2015 habe mich entschieden, ein Praktikum an der LAIS-Schule in Klagenfurt zu absolvieren. Ich habe dort eine neue Lernkultur kennengelernt, in der Kinder Kinder sein dürfen und sich auch als solche entfalten können. Hier werden die Kinder nicht so gesehen, wie sie einmal sein sollten, sondern so, wie sie in Wirklichkeit sind. Wie es dort so abläuft, möchte ich in einem kurzen Bericht erläutern. Er soll jene Menschen inspirieren, die sich für eine Veränderung unserer Lernkultur einsetzen.

Grundzüge der LAIS-Schule

Die LAIS-Schule bekam schon im Schuljahr 2014/2015 von zahlreichen Leuten Materialien geschenkt, um eine Umgebung zu gestalten, die Kindern ein natürliches Lernen ermöglicht. Diese Form des Lernens soll inmitten der Gesellschaft stattfinden, d.h. viele Bereiche des Lebens sind in den Schulalltag integriert. Native Speaker (Es werden über 10 verschiedene Sprachen gesprochen – von Kindern sowie Erwachsenen), Experten aus verschieden Berufen, Menschen mit Lebenserfahrung, die sogenannten „Elders“ (Austausch zwischen den Generationen) und viele weitere Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Rollen prägen das natürliche Lernen der Kinder.

In den ersten Schulwochen steht das einander Kennenlernen im Vordergrund. Die bereits erfahrenen Kinder nehmen sich der neuen Kindern an und bilden mit mit ihnen altersgemischte Gruppen, denn die Lernerfahrungen werden meist in Gruppen gemacht. Diese Gruppen werden von den Kindern selbstständig gebildet. Diese durchmischen sich im Laufe des Jahres immer wieder von selbst. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass jeder Mensch auf Augenhöhe behandelt wird. Es gibt keine diskriminierenden Unterschiede in der LAIS-Schule. Natürliches Lernen findet immer und überall statt und so kommt es, dass jeder, ob Kind, Lernbegleiter, Praktikant, Koch, Eltern, usw… in der LAIS-Schule mitlernt.

Die Kinder entscheiden über ihren Lernweg

Fragen zu stellen ist ein wesentliches Element des natürlichen Lernens. Über diese Fragen versuchen die Kinder dann anschließend in der Gruppe zu einer Antwort zu kommen. Je nachdem was gebraucht wird, haben die Kinder die Möglichkeit, Experten zu den jeweiligen Bereichen zu organisieren. Ebenso wird auch die Organisation der Nachmittage, an denen Projekte stattfinden, von den Kindern übernommen. So wird den Kindern ermöglicht Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu werden. Jede und jeder in der LAIS-Schule soll die Möglichkeit bekommen sich verwirklichen zu dürfen. Auch die Lernbegleiter sind Lernende.

Ein weiteres Element der LAIS-Schule ist es, natürliches Lernen mit dem Bildungskonzept zu verknüpfen. So ist es auch möglich, dass die Kinder mit Faktoren wie Druck, Stress, Prüfungen und anderen Herausforderungen, die ihnen das Leben bietet, umzugehen. Wichtig ist es zu akzeptieren, dass Kinder anders wahrnehmen und sich zu fragen, was Kinder brauchen. Wenn sie den nötigen Halt bekommen, können Kinder mit Begeisterung und Neugier lernen. Ein Thema wird erst dann aktuell, wenn es von Interesse der Kinder ist. Denn man könne laut Aussagen der Kinder nur mit Begeisterung lernen, da ohne innere Motivation Lernen nicht funktioniere.

Vielfältige Angebote bereichern das Schuljahr

Es finden jeden Tag andere Angebote statt, ob sportlich, musisch, kreativ usw. Gelernt wird nur, was das Kind momentan wünscht oder braucht. Am Vormittag vollzieht sich ein Wechsel zwischen Lernen, Bewegung, Sprache und Kreativität. Jeder im LAIS-Team bringt eine Fülle von Lebenserfahrung mit und versucht diese Erfahrung an die Mitmenschen weiterzugeben. Besonders vorzuheben ist, dass auch die Eltern Teil des Ganzen sind und ebenso am Lernen beteiligt sind. Verantwortung wird in der LAIS-Schule groß geschrieben und so hat auch jede und jeder in der Schule einen Verantwortungsbereich, denn nur so lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Selbst die Räumlichkeiten werden von den Kindern gestaltet, gereinigt und sauber gehalten.

Der Alltag in der LAIS-Schule ist voll mit Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können. Schlussendlich werden durch diese Herausforderungen eine echte Entwicklung und ein selbstbestimmtes Wachsen der kindlichen Persönlichkeit herbeigeführt.

Für mich persönlich ist wiederum ein weiterer Schritt klar geworden, was Kinder zum Entwickeln brauchen:

  • Eine passende Umgebung, in der sie lernen sowie ihre Erfahrungen machen können.

  • Alles was Kinder machen, soll für sie persönlich einen Sinn ergeben und eine Bedeutung für sie persönlich haben, denn erst dann kommt die innere Motivation, mit der sie mit Begeisterung lernen.

  • Es braucht eine der Entwicklung entsprechende Lernatmosphäre.

Austausch mit den USA

GWS

„Lernkulturen 3.0“ hat sich mit GWS (Lernkulturen 3.0 auf amerikanisch) aus den USA ausgetauscht und somit  unsere Philosophie des Lebens, in der Kinder Kinder und Menschen Menschen sein dürfen, der dort lebenden Gesellschaft präsentiert. Mit Patrick Farenga wurden zu diesem Thema sehr gute Ansätze zusammengetragen und diese funktionieren schon einige Jahre wunderbar. Näheres kann unter diesem Blog gelesen werden.