Die 10 Wünsche der Kinder

Schmetterling

Wir dürfen unsere Kinder nicht als kleine Erwachsene betrachten, sondern die Kindheit ist ein eigenes Entwicklungsstadium des Menschen. Seht die Entwicklung des Menschen so wie jene Entwicklung des Schmetterlings.

  1. Der Schmetterling legt ein Ei (Beim Menschen wäre dies die Zeit der Schwangerschaft)
  2. Aus diesem Ei entwickelt sich eine Raupe (Die Raupe entspricht dem Kind beim Menschen)
  3. Die Raupe ist ein eigenes Entwicklungsstadium des Schmetterlings (Genau so zu sehen ist das Kind beim Menschen)
  4. Die Raupe begibt sich nach Ende dieses Stadiums in einen Kokon und verpuppt sich (Diesem Stadium entspricht beim Menschen jenes der Pubertät)
  5. Nach dieser Phase hat sich dann der Schmetterling entwickelt (Erst nach der Phase der Pubertät entwickelt sich beim Menschen der Erwachsene)

Man kann von einer Raupe nicht erwarten, dass sie fliegt oder Blüten bestäubt oder Eier legt. Dies kann erst erfolgen, wenn sie sich entwickelt hat und durch die Verpuppung ein Schmetterling geworden ist. Wir Erwachsenen müssten unsere Kinder genau so sehen und sie durch ihre Kindheit (Raupe) und die Phase der Pubertät (Kokon) begleiten, damit sie sich zu eigenständigen Erwachsenen (Schmetterling) entwickeln. Erst dann sind sie auch fähig, die Aufgaben zu bewältigen, die der Welt der Erwachsenen entsprechen.

Damit wir die Kinder durch ihre Entwicklung begleiten können, haben Kinder 10 Wünsche an uns Erwachsene gerichtet:

  1. Schenkt uns Liebe!
    Das Kind soll so geliebt werden, wie es ist. Kein „Ich liebe dich, wenn du brav bist“ oder „Ich liebe dich, wenn du dies oder jenes machst“ Die Liebe zu einem Kind soll nicht mit Gegenständen, Verhalten oder Vorstellungen bzw. Bedingungen verbunden werden.
  2. Achtet auf uns!
    Es ist viel wichtiger, den Kindern nicht ständig unsere Ziele und Erwartungen im Spiel vorzugeben, sondern uns genügend Zeit zu nehmen, sie zu beobachten und dabei von ihnen zu lernen. Das heißt: Wir sollten die Kinder sehen, wie sie sind und nicht, wie wir sie haben wollen.
  3. Macht uns nicht, sondern lasst uns werden!
    Damit sich Kinder entsprechend ihrem eigenen Entwicklungsplan (siehe Beispiel mit dem Schmetterling) entwickeln können, ist es notwendig, dass wir ihnen zu Hause, im Kindergarten und in der Schule eine reichhaltige, vorbereitete Umgebung gestalten.
  4. Begleitet uns!
    Für uns Erwachsene ist es wichtig, uns ruhig in Bereitschaft zu halten und dafür zu sorgen, dass die Kinder frei sind, sich in ihrer eigenen Weise entwickeln zu können. Wenn sich die Kinder von uns Erwachsenen wirklich begleitet und nicht unterrichtet oder kontrolliert fühlen und wir ihnen die nötige Ruhe und Zeit für ihre Entdeckungsreise geben, ist zu beobachten, wie respektvoll und achtsam die Kinder mit sich, der Umgebung und den Mitmenschen umgehen.
  5. Lasst uns Fehler machen!
    Am Beispiel vom Schreiben lernen: In diesem Stadium ist die Haltung des Erwachsenen von großer Bedeutung. Für viele ist es schwer auszuhalten, wenn Kinder ihre eigenen Wege oder sogar Umwege beim Schreiben lernen gehen und dabei auch noch bemerken, dass Kinder einer gleichen Gruppe ganz unterschiedlich vorgehen. Immer noch neigen viele Erwachsene dazu, ungeduldig einzugreifen und dem Kind zu sagen, dass es etwas falsch gemacht hat. Sie schlagen ihnen dann richtige, bessere und schnellere Wege vor. Das Kind hatte aber seine Erkenntnis mit den Lauten und Zeichen mit viel Anstrengung umgesetzt und war stolz darauf. Es beginnt somit, seinem eigenen Lern- und Wahrnehmungsprozess zu misstrauen und hört erst einmal auf zu schreiben.
  6. Gebt uns Orientierung!
    Offenheit statt traditionelle Methoden: Um dem Kinderwunsch Gebt uns Orientierung! gerecht werden zu können, brauchen wir Erwachsenen erst einmal eine Orientierung in der Erziehung. Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass Kinder keine besseren oder neueren Methoden brauchen, sondern Menschen, die bereit sind, sich zu ändern. Dies bedeutet, dass wir immer für Neues und Unvorhergesehenes offen sein müssen und dabei jede Veränderung bei uns und in unserer Umgebung mit Interesse, Geduld und Aufmerksamkeit verfolgen sollten.
  7. Setzt uns klare Grenzen!
    Verständnis statt Druckmittel: Oft werden bei den Kindern die Grenzen als Druckmittel benutzt, das zu tun oder zulassen, was andere vom Kind erwarten. Es sind meist Verbote, Hinweise oder Verwarnungen – Appelle an ein „besseres Ich“. Bei diesen Grenzsetzungen werden häufig die persönlichen Bedürfnisse des Kindes weder gesehen noch beachtet. Die Kinder haben sich den Bedürfnissen der Erwachsenen anzupassen und tun das meistens auch, um für die Entwicklung notwendige Zuwendung und Anerkennung zu bekommen. Wenn jedoch Grenzen gesetzt werden, dann müssen unbedingt die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden und die Lösung soll gemeinsam gefunden werden.

    Beispiel: Ein Kind hüpft mit Vergnügen auf Polstern herum
    Grenze: Auf den Polstern wird nicht herumgehüpft
    Bedürfnis des Kindes: Das Kind hat das Bedürfnis zu hüpfen
    Folge: Man gibt dem Kind zB. ein Sprungseil und lässt es damit im Garten hüpfen.

    So wurde eine Grenze gesetzt und zugleich das Bedürfnis des Kindes berücksichtigt und gemeinsam eine Lösung gefunden.

  8. Seid zuverlässig!
    Zuverlässigkeit schafft Sicherheit: Kinder brauchen feste, stabile, sichere und vertrauensvolle Beziehungen, in denen sie eine Orientierung bezüglich ihrer Bedürfnisse finden.
  9. Zeigt eure Gefühle!
    Emotionale Intelligenz: Wir Erwachsene sind uns darüber im Klaren, dass Kinder freier und gefühlvoller leben als wir. Sie sind darum auch leichter verletzbar, was besondere Anforderungen an uns stellt, Kinder mit der nötigen emotionalen Intelligenz zu begleiten. Für Eltern, Erzieher und Lehrer bedeutet dies, dass wir uns mehr Gedanken über die Gefühle der Kinder machen müssen und versuchen sollten, uns in diese hineinzufühlen, Kinder zu trösten und anzuleiten. Wir sollten auch lernen, Gefühle wie Wut, Trauer und Angst, als Teil unseres Lebens anzunehmen, damit wir in der Lage sind mit diesen „negativen“ Gefühle der Kinder umzugehen.
  10. Lasst die Freude leben!
    Erzählt Geschichten, lacht viel, lasst es euch gut gehen und fühlt euch wohl, bei dem, was ihr macht. Habt Freude mit dem Zusammenleben von Kindern und Erwachsenen.

Setzt diese Wünsche der Kinder um und ihr werdet merken, wie schön es ist ein gemeinsames Miteinander von Kindern und Erwachsenen zu leben.

Mehr Informationen und praktische Ideen für den Lernort gibt es hier.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s