Archiv für den Monat Dezember 2015

Lernort: Freie Schule Anne-Sophie

Logo Freie Schule Anne-Sophie

Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 machte ich mich auf den Weg nach Berlin und besuchte dort am 15. Dezember 2015 die Freie Schule Anne-Sophie.

An diesem Tag fand dort ein Informationsnachmittag mit anschließender Führung durch den Primar- sowie den Sekundarbereich statt. Um einen kurzen Einblick in meine Erfahrung zu erhalten, die ich gerne teilen möchte, habe ich einige Punkte, welche mich beeindruckt haben, nähere ausgeführt.

Grundhaltung der Lernbegleiter/innen* und Lernpartner/innen**

 *Lehrer/in = Lernbegleiter/in

**Schüler/in = Lernpartner/in

Dieser Lernort ist  von Grundhaltungen wie Wertschätzung, Achtsamkeit sowie Lernbereitschaft geprägt. Lernen fürs Leben bietet hier die Möglichkeit, dass jedes Kind die Freie Schule Anne-Sophie als Gewinner verlassen kann.

Vorbereitete Umgebung, Angebote und Individuelles Coaching

Der Lernort wird durch eine gestaltete Umgebung mit vielen Sinnesmaterialien, den verschiedenen Angeboten, wie Musik, Sport, und Kunst sowie dem individuellen Coaching der Lernpartner/innen durch die Lernbegleiter/innen zu einem wahren Lebensort. Durch das Coaching kommt jedem Kind das zu gute, was es braucht. Denn jedes Kind hat andere Bedürfnisse und wird so wahrgenommen, wie es ist.

Bilingualität

Ein weiteres Merkmal, das die Freie Schule Anne-Sophie auszeichnet, ist die Bilingualität in Verbindung mit Native SpeakerInnen. Ab der ersten Jahrgangsstufe wachsen die Kinder zweisprachig – Deutsch und Englisch – auf. Die Sprache wird einfach lebendig und von den Lernpartner/innen sowie den Lernbegleiter/innen gelebt.

Werte werden gelebt

Auch die einzelnen Werte werden hier von Lernbegleiter/innen mit optimaler innerer Haltung gelebt. Somit wachsen die Kinder in einer bestmöglichen Lernwelt zu wunderbaren Persönlichkeiten mit Selbstständigkeit, Eigenverantwortung sowie Sozialen Fähigkeiten  heran. Die Freude am Lernen und der Vertrauen in die Kinder ist in der Freien Schule Anne-Sophie allgegenwärtig.

Entspannte Lernatmosphäre

Es gibt hier Lernhäuser, Lernateliers, Lernfamilien, Lernteams, usw.…. Dadurch kann ein auf dem inneren Entwicklungsplan des Kindes abgestimmtes Lernen ermöglicht werden.

Wissen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Abschließend möchte ich hervorheben, dass die Lernbegleiter/innen der Freien Schule Anne-Sophie über äußerst viel Wissen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verfügen und dies das Fundament für ein gelingendes Lernen und Wachsen darstellt.

Wer mehr über diesen Lernort erfahren möchte kann sich in den unten stehenden Links näher informieren.

Lernort: Montessorischule Potsdam

Auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 kam ich am 11. Dezember 2015 nach Potsdam um mir dort den Tag der offenen Tür der Montessorischule Potsdam anzusehen.

Workshop mit der Schulleiterin

Bereits beim Ankommen wurde ich sehr freundlich von der Schulleiterin Ulrike Kegel empfangen und durfte an einem von ihr geführten Workshop teilnehmen. Dabei ging es um das Wissen über die Entwicklung von Jugendlichen in der Pubertät. Die Erkenntnis, dass Jugendliche in der Pubertät anders zu handhaben sind, wie wir es von den herkömmlichen Schulen kennen, hat das Projekt Schlänitzsee ins Leben gerufen.

Jugendschule Schlänitzsee

In den Jahrgangsstufen 7 und 8 befinden sich die Jugendlichen jedes Monat eine ganze Woche auf dem Gelände des Schlänitzsees, um dort gemäß des Erdkinderplans Landwirtschaft zu betreiben, handwerklich tätig zu sein, gemeinsam zu kochen sowie vom wahren Leben zu lernen. Diese Form des Lernens ermöglicht Jugendlichen Erfahrung zu machen, die während der Pubertät für deren Entwicklung von wesentlicher Bedeutung sind. Dazu gehören Bewegung, in der Natur zu sein, ein Handwerk auszuüben, zu sehen, wie die eigene Arbeit „Früchte“ trägt, die man mit einem Erfolgserlebnis gemeinsam „erntet“ und das Gefühl erhält gebraucht zu werden und für etwas nützlich zu sein.

Video über die Jugendschule Schlänitzsee

Austausch mit den Jugendlichen

Im Gespräch mit den Jugendlichen dort wurde mir klar, wie sehr sich die Kinder durch diese Lebensweise zu selbstständigen, eigentätigen, reflektierten, engagierten sowie kreativen Persönlichkeiten entwickelt haben. Ich war äußerst erstaunt über die Jugendlichen und sie erhalten von mir größten Respekt. Damit so etwas möglich ist, braucht es eine innere Haltung der Lernbegleiter/innen. Diese haben das Wissen über die Entwicklung von Kindern und können so die Kinder und Jugendlichen gemäß ihrem eigenen Entwicklungsplan begleiten.

Der Lernort und das Schulleben

Die Montessorischule Potsdam ist in die Jahrgangsstufen 1-3; 4-6; 7-8 und 9-10 eingeteilt. Jede gemischte Jahrgangsklasse bekommt das, was diese für ihre Entwicklung braucht. Dies geht hin bis zu Schüleraustauschprogrammen, wo man mehrere Wochen in einem anderen Land verbringen kann, um dort zu lernen. Im Rundgang durch den Lernort konnte in gute Einblicke in die Räumlichkeiten erhalten und die Vorbereitete Umgebung sowie wie alle anderen kreativen Räumen vom Musikzimmer über die Werkräume bis hin zu den Ateliers bewundern.

Video über die Montessorischule Potsdam

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und anderen kreativen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Das Lernen verstehen

Gehirn

Zum Vergrößern bitte auf den Artikel klicken.

Damit lernen gelingen kann, braucht es ein Wissen, wie das Lernen funktioniert und wie das Gehirn verschiedenste Sinneseindrücke verarbeitet. Man ging früher immer davon aus, dass das Gehirn gleichzeitiges Hören und Sehen verarbeiten könne. Neuesten Erkenntnissen zur Folge ist die Verarbeitung nur eines der beiden Sinnesorgane durch das Gehirn möglich. Darum ist es auch an Lernorten von immenser Bedeutung, dass Kinder ihre Inputs nur durch einen der beiden Sinne (Sehen oder Hören) erfahren. In Lernorten, wo Kinder sehr viel frei arbeiten können ist diese Erkenntnis bereits wunderbar umgesetzt worden. Diese Kinder können nämlich gerade jenen Sinn einsetzen, den sie für ihr individuelles Lernen brauchen. Neben dem Sehen und Hören sind auch die anderen drei Sinne (Tasten, Schmecken und Riechen) äußerst wichtig. Das Gehirn kann die Informationen am besten durch den Tastsinn erfassen. Wie das möglich ist können wir am Beispiel von Helen Keller sehen. Darum ist die Arbeit mit Sinnesmaterial in einer Vorbereitenden Umgebung für das Lernen unentbehrlich.

Erweitert euer Wissen über das Entwickeln und das Lernen !!!

All jenen, die sich mit dem Lernen und dem Entwickeln von Kindern beschäftigen, legen wir von den Lernkulturen 3.0 ans Herz sich Wissen, Erfahrungen und Impressionen anzueignen, wie Lernen und Entwicklung bei Kindern und Erwachsenen funktioniert damit dieses Wissen, diese Erfahrungen sowie diese Impressionen an den Lernorten ein- und umsetzt werden kann. Wir von den Lernkulturen 3.0 stehen jedem gerne zur Verfügung, der sein Wissen über das Lernen und Entwickeln von Kindern erweitern möchte. Schickt uns dazu einfach eine Anfrage über unser Kontaktformular.

Vergleiche, um das Lernen zu verstehen:

  • Um ein Hochhaus zu erbauen, braucht man ein Wissen über Statik, damit es stabil bleibt.
  • Um ein Musikinstrument zu bauen, braucht man ein Wissen über Akustik, damit man schöne Töne erhält.
  • Genau so ist es mit dem Lernen und Entwickeln von Kindern. Damit sich Kinder entsprechend ihrem Bauplan entwickeln können und sie nachhaltig Lernen können, braucht man ein Wissen, wie Lernen und Entwicklung funktioniert.

Bitte ansehen !!!

Zum Schluss noch ein Video, das zum Nachdenken über das Lernen und Entwickeln von Kindern anregen soll. Bitte den Beitrag über Angst oder Liebe anklicken.

Lernort: Integrative Montessorischule an der Balanstraße

Ich befand mich auf der Suche nach Lernkulturen 3.0 wieder unterwegs auf Reisen. Mein Weg führte mich zur bayerischen Hauptstadt München und dort an die Integrative Montessorischule an der Balanstraße.

In diesem Lernort wird  folgende Punkte besonderen Wert gelegt:
(Für nähere Informationen die einzelnen Punkte anklicken)

Die Vorbereitete Umgebung

Im Zuge einer Schulführung, die von den Kindern geleitet war, habe ich die zahlreichen Räume kennenlernen und das entspannende Flair einer Vorbereiteten Umgebung genießen dürfen. Ein Programmpunkt war auch die Materialdarbietung durch die Kinder. Hier konnte ich hautnah miterleben, wie Kinder das Wissen buchstäblich BEGREIFEN. Besonders fasziniert hat mich die dadurch entstandene Selbstständigkeit der Kinder. Durch diese Art von Lernen kann sich die Persönlichkeit des Kindes mit all ihren Potentialen und Fähigkeiten voll entfalten.

Die Werkstatt der Generationen

In der Werkstatt der Generationen gibt es ein Treffen zwischen Jung und Alt. Gegenseitiges Lernen findet hier statt. Die Kreativität und Innovation der jungen verbindet sich mit der Lebenserfahrung der älteren Generation. Egal ob Basteln, Werken, Lesen, Geschichten erzählen, im Garten zu arbeiten oder Zeit füreinander zu haben, diese Art von Lernen stellt eine Bereichung für beide Seiten dar.

Der Erdkinderplan

Arbeiten auf einem Bauernhof mit all den verschiedenen Facetten, wie Tiere füttern und pflegen, Gartenarbeit verrichten, Obst sowie Gemüse ernten und verarbeiten, Apfelsaft pressen, Holzarbeiten und vieles mehr, das stellt den Erdkinderplan mit seinem lehrreichen Konzept vor. Kinder freuen sich sehr, wenn sie im Laufe des Jahres immer wieder  auf den Bauernhof dürfen. Besonders vorzuheben ist, dass der Erdkinderplan bereits ab dem 1. Jahrgang umgesetzt wird. Je höher der Jahrgang desto intensiver wird die Arbeit am Bauernhof. Da wird schon mal in den Wald gegangen, selber ein Baum gefällt und daraus ein Stuhl gemacht. Mit dieser Art des Lernens wird das reale Leben gelebt und man kann an dem Erfolg seiner eigenen Erzeugnisse wachsen und nimmt sehr viel für die Persönlichkeitsentwicklung mit.

Die verschiedenen Angebote

Zusätzlich ist das Leben in diesem Lernort von zahlreichen Angeboten geprägt. Von der Kletter-AG über Tanz AG, Kreativen AGs bis hin zu Yoga können die Kinder aus verschiedensten musischen, kreativen sowie sportlichen Angeboten wählen. Je nach Interesse und Begabung des Kindes ist für jeden etwas dabei. Durch diese Art des Lernens kommt jedem Kind das zu gute, was seinem eigenen Entwicklungsplan entspricht.

Die Vielfalt an einem Lernort

Obwohl sich der Lernort Montessorischule nennt, sind weitere Konzepte und Ideen eines guten Lernens vorhanden. Der Lernort passt sich den neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung an, übernimmt Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, um Beziehungen zu den Kindern herzustellen und greift Haltungen auf, die für ein Kindgerechtes Lernen stehen. Es werden Aussagen von Gerald Hüther, Magret Rasfeld, Erwin Wagenhofer, Arno & André Stern, usw… aufgenommen und diese konstruktiv in den Lernort miteingebunden. Durch die Vielfalt und den stets neuen Erfahrungen über die Entwicklung von Kindern, schafft es der Lernort die Bedingungen zu schaffen, die ein Kind braucht, um sich auf natürliche Weise entwickeln zu können.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Damit ihr einen guten Einblick in diesen Lernort und eine Vorstellung von einer Vorbereiteten Umgebung und anderen kreativen Elementen bekommt haben wir von den Lernkulturen 3.0 eine Fotogalerie erstellt. Lasst euch inspirieren von diesem Lernort und genießt die Bilder.

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Die Entwicklung eines Kindes verstehen

Entwicklung

Die Erkenntnisse über die Entwicklung eines Kindes stecken noch in den „Kinderschuhen“. Es ranken sich noch immer zahlreiche Irrtümer über das Heranwachsen unserer Kinder. Annahmen wie z. B. Kinder kämen als leere Blätter auf die Welt, ihnen müsse erst etwas beigebracht werden, das Gehirn ließe sich wie ein Muskel trainieren etc. hemmen den Entwicklungsprozess eines Kindes dermaßen, dass viele ihrer angeborenen Fähigkeiten und Talente unberücksichtigt bleiben und im schlimmsten Fall verloren gehen.

Laut dem Film „Alphabet“ werden 98% aller Menschen als hoch begabt (ausbaufähige, angeborene Talente) geboren, am Ende der Schulzeit bleiben nur mehr 2% übrig. Der große Rest hat durch die Struktur unserer Schulen und den dort herrschenden Leistungsdruck systematisch seine Begabung verloren und sich vom einzigartigen Individuum zum gesellschaftlichen Pflichterfüller gewandelt.

Die Ursache sehe ich darin, dass sich unsere herkömmlichen Schulen kaum mit der natürlichen Entwicklung des Kindes, der Verbindung von Hirn, Herz und Hand sowie den inneren Bedürfnissen und Interessen des Kindes beschäftigen. Damit schränken wir das Verständnis für unsere Kinder ein.

Hingegen beschäftigen sich die Lernkulturen 3.0 in Gestalt der Lernorte viel intensiver mit den Entwicklungsschritten und -phasen eines Kindes. Darum ist es dort auch möglich die Potentiale, Fähigkeiten und Begabungen, die die Kinder bereits in sich tragen, durch eine dem Entwicklungsstand entsprechende, vorbereitete Umgebung und achtsame LernbegleiterInnen mit innerer Haltung zu entfalten.

Was ein Kind bis zum Schuleintritt alles entwickelt, kann in folgenden Links erfahren werden:

„Erst wenn wir die Entwicklung eines Kindes ganzheitlich verstanden haben, können wir es bei der Entfaltung seiner individuellen Persönlichkeit begleiten.“