Archiv für den Monat November 2015

Vielfalt an einem Lernort

Rainbow Colours

Damit ein Lernort auf die Bedürfnisse und das Wesen der Kinder eingehen kann und somit die Persönlichkeit und die Potentiale dieser entfaltet werden, braucht es eine Vielfalt an pädagogischen Richtungen.

Bei den Besuchen verschiedenster Lernorte haben wir von den Lernkulturen 3.0 viele pädagogische Konzepte kennengelernt, die wunderbar zusammen harmonieren und somit eine für jedes Kind passende Lernatmosphäre schaffen.

In den folgenden Links werden pädagogische Konzepte vorgestellt, die in einen Lernort vereint werden könnten:

Durch die Vereinigung verschiedener pädagogischen Richtungen wird eine Lernatmosphäre geschaffen, in der die Kinder mit ihrer Neugier, ihrem Forscher- und Entdeckerdrang sowie ihren Fähigkeiten und Begabungen die Welt verstehen, daran wachsen und sich selbst – zusammen mit ihrem sozialen Umfeld – zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln.

Wir ignorieren das Offensichtliche: Das Alter der Kinder

Du weißt genau, woran eine Situation krankt. Du weißt genau, welche Änderung hervorgerufen werden muss, damit sich diese Situation zum Besseren wendet. Du weißt es genau! Trotzdem änderst du nichts daran, obwohl du das Offensichtliche erkannt hast.

Lasst uns ein reales Beispiel in der Schule betrachten. Sehen wir uns an, was die Entwicklungspsychologie über das Entwicklungssalter eines Kindes sagt:

Entwicklungsalter
Haug-Schnabel, G. & Bensel, J. (2012): Grundlagen der Entwicklungspsychologie. Die ersten 10 Lebensjahre. Freiburg: Herder.

Unglaubliche 1,5 Jahre können Kinder in ihrer Entwicklung auseinanderliegen, obwohl sie tatsächlich gleich alt sind. Doch was macht Schule? Sie verpflichtet die Kinder mit Vollendung des 6. Lebensjahres zum Eintreten in die dieselbe Stufe mit denselben Anforderungen für alle Kinder. Nur die Bestimmung als Vorschulkind ermöglicht einen verzögerten Schuleintritt, ansonsten befinden sich alle Kinder in derselben Stufe.

Vergleichen wir diese Erkenntnis mit der Geburtsliste einer Schulstufe, so können wir ohne das Wissen über die Leistungen der einzelnen Kinder sehr wahrscheinlich annehmen, dass ältere Kinder
1.) aufgrund ihres tatsächlichen Altervorsprungs von bis zu einem Jahr und
2.) aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsalters von bis zu eineinhalb Jahren
im Extremfall einen Erfahrungs- und Leistungsvorsprung von zweieinhalb Jahren haben.
Wir können das Beispiel auch umkehren, indem wir das jüngste Kind in seinem Entwicklungsalter noch einmal eineinhalb Jahre zurücksetzen. Es entstünde zwischen dem jüngsten und ältesten Kind ein Entwicklungsunterschied von 4! Jahren!

Natürlich beschreibe ich hier den Extremfall, doch es bestehen garantiert Erfahrungs- und Leistungsunterschiede mit einer Spannweite von 0-4 Jahren innerhalb einer Schulstufe. Trotzdem werden alle diese Kinder (mit Ausnahme der Vorschulkinder) mit denselben Herausforderungen und demselben Lehrplan konfrontiert.

Der traurige Wahrheit ist: Die meisten der Lehrpersonen wissen davon! Wir wissen, dass das Alter – vor allem in jungen Jahren – ausschlaggebend für das Lernverständnis, das Lerntempo, die Lerneffizienz ist. Die „Schnellen“ bleiben oft die „Schnellen“, weil sie tatsächlich und entwicklungsbedingt älter sind. Mit den „Langsamen“ verhält es sich genau umgekehrt.

Wir von den Lernkulturen 3.0 fragen uns, warum haben wir immer noch diese „Schulstufen“? Warum werden alle Kinder zu einem bestimmten Stichtag an die Schulen geholt? Warum behandeln wir alle Kinder gleich, wenn es um Beurteilungen geht? Warum vergleichen wir Kinder miteinander, die nicht vergleichbar sind?

Ein weiteres, reales Beispiel soll endgültig zum Nachdenken anregen und uns Schule anders gestalten lassen:

Der Stichtag der Zulassung für eine Altersgruppe im kanadischen Eishockey (Weltrangliga) ist der 1. Januar. Sehen wir uns die Geburtstage der Kader aller hochrangigen Teams an, so sehen wir immer das gleiche Bild: 40 Prozent sind zwischen Januar und März geboren, 30 Prozent zwischen April und Juni, 20 Prozent zwischen Juli und September und nur 10 Prozent zwischen Oktober und Dezember. Die jungen Spieler  hatten nie eine Chance und verloren im Wettstreit gegen die älteren Spieler.

Doch wir begegnen denselben Verzerrungen in sehr viel wichtigeren Bereichen, zum Beispiel der Schulbildung. Eltern, deren Kinder am Jahresende geboren wurden, denken oft darüber nach, diese ein Jahr später einzuschulen, damit sie nicht mit Kindern mithalten müssen, die ein gutes Jahr älter sind. Die meisten Eltern scheinen jedoch davon auszugehen, dass sich ein kleiner Nachteil, den ein jüngeres Kind in der Vorschule hat, im Laufe der Jahre schon ausgleichen wird. Das ist jedoch nicht der Fall. Es ist wie beim Eishockey: Der kleine Ausgangsvorteil, den ein älteres Kind gegenüber einem jüngeren mitbringt, wird eher noch größer. Kinder bleiben über Jahre hinweg in denselben  Mustern von Leistung und Schulversagen, Förderung und Frustration gefangen. (Gladwell, M. (2008): Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht. Frankfurt/New York: Campus.)

Helen Keller – Die Welt mit nur drei Sinnen begreifen

Helen Keller

Alles was wir verstehen, ist durch unsere Sinne (Sehsinn, Gehörsinn, Tastsinn, Geschmacksinn und Geruchssinn) in unser Gehirn gekommen. Was ist aber, wenn uns der Sehsinn und zugleich der Gehörsinn verloren gehen, wir also taubblind sind? Können wir ohne etwas zu sehen und ohne etwas zu hören lernen? Klingt unvorstellbar für jene Menschen, die alle fünf Sinne in voller Funktion besitzen.

Im Zuge meiner Entdeckungen bin ich auf eine Persönlichkeit gestoßen, die uns beweist, dass Lernen auch ohne sehen und hören funktionieren kann, wenn nicht sogar besser. Ihr Name ist Helen Keller, sie stammt aus den USA und wurde mit nur 19 Monaten durch eine Hirnhautentzündung taubblind. Sie konnte also weder sehen noch hören noch sprechen. Es schien unmöglich, dass Helen Keller eine Sprache erlernt, sich verständigen kann oder Zusammenhänge in der Welt verstehen kann. Doch durch die 21-jährige Lehrerin Anne Sullivan, die Vertrauen in Helen Keller hatte, wurde das Begreifen der Welt möglich. Nur mit Hilfe des Tast-, Geschmack- und Geruchssinnes konnte Helen Keller die Welt und ihre Zusammenhänge verstehen. Durch das Ertasten erlernte sie mehrere Sprachen, absolvierte ein Studium und arbeitete als Schriftstellerin.

Unsere Schulen wenden vor allem zwei Sinne an: Sehen und Hören

In unseren Schulen wird viel zu viel nur dem Seh- und Gehörsinn Beachtung geschenkt. Diese einseitig zweisinnige Gewichtung lässt aus hirnphysiologischer Hinsicht nur eine Memorierung der Ereignisse zu. Eine nachhaltige Verankerung findet aber nur mit Hilfe des fühlenden Tastsinnes statt. Durch ihn geht das Erlebte „unter die Haut“, es wird befühlt und berührt. Es findet eine direkte Verbindung zwischen Körper und Umwelt statt. Leider werden bis auf wenige Ausnahmen die drei weiteren Sinne, Tast-, Geschmack- sowie der Geruchssinn, kaum in Erwägung gezogen.

Neu denken über das, was immer schon war

Dieser Artikel und die weiteren Information sollen zeigen, welche Bedeutung wir auch den anderen drei Sinnen geben sollten, damit Lernen nachhaltiger wird. Allein zu hören und zu sehen reichen nicht aus. Zudem braucht es Menschen die das nötige Vertrauen aufbringen und an den inneren Entwicklungsplan eines jeden Menschen glauben. Mit dieser inneren Haltung und dem Vertrauen ist ganzheitliches Lernen in Verbindung mit den richtigen Bedingungen möglich.

Hier wichtige Links zum Lernen mit dem Tastsinn:

Helen Keller – Eine taubblinde Schriftstellerin
Helen Keller – Biographie
Helen Keller – The Story of my Life –> Ein Muss für jeden, der sich für Lernen interessiert
Helen Keller Youtube
Die Bedeutung des Tastsinnes für das Lernen

Schaut euch die Links an und teilt uns über unser Kontaktformular eure Meinung mit.

Die Schule – Ein Ort der Leistung?

Die Leistungsformel mal anders
Mit der Kraft der Physik das Schulsystem auf ein neues Fundament stellen.

Gegründet auf einem pädagogischen Fundament, das dem Nützlichkeitsprinzip unterworfen wurde, haben sich die Schulen bislang an ihre traditionelle Rolle geklammert. In ihren Grundfesten beweist die Schule immer wieder, wie robust sie gegenüber Veränderungen ist. Die Angst, Schulen könnten sich in Lernorte auflösen, die voneinander unabhängig, verschiedene pädagogische Konzepte anwendend, Menschen unterschiedlich erziehend ihre Wege gehen, hat das zentral organisierte Schulsystem weitgehend gleich bleiben lassen. Bereits wenige Beispiele bezeugen diese Behauptung:

  • Der Unterricht erfolgt meist durch eine Lehrperson, die als „Vorgesetzte“ der Klasse die Regeln, den Ablauf, die Lernziele – kurz gesagt „alles“ – festlegt. Der Einfluss der SchülerInnen ist minimal.
  • Die SchülerInnen werden prinzipiell belehrt. Das heißt, ihre Entscheidung, was gelernt wird, wird zumeist weggedrängt. Es zählt die Vorgabe der Lehrperson, der Schule. Es heißt, SchülerInnen müssen von Erfahreneren (den Erwachsenen) gelehrt werden. Selbstständige Versuche, sich Wissen anzueignen, werden unterdrückt.
  • Eltern werden bewusst aus dem unterrichtlichen Ablauf ausgeklammert. Einzig und allein Elternsprechtage und Schulforen erlauben den Eltern auf gesetzlicher Basis Einsicht in das Unterrichtsgeschehen. Generell ist ein regelmäßiger Austausch der Schule mit den Eltern nur auf „Problemschüler“ begrenzt.
  • Das Schulsystem wird größtenteils zentral reguliert. Die Schulleitung ist der hierarchische Vorgesetzte der Lehrpersonen, wiederum eingebettet in einem großen bürokratisch, hierarchisch organisierten System, das durch Verordnungen und Gesetzen von oben den Unterricht am Standort kontrolliert. Der Einfluss der Schulleitung begrenzt sich auf die dienende Umsetzung der Gesetze sowie organisatorische Angelegenheiten.

Sicherlich werden einige LeserInnen bestreiten, es gäbe doch reformpädagogische Ansätze, Schulversuche, private Initiativen, Lehrpersonen, die ihren Unterricht neu gestalten und Schule, die mit neuen Konzepten auffahren. Doch jene innovativen Orte sind entweder rar, haben eindeutig politische Unterstützung, überleben nur in Privatschulen, oder sind und bleiben einfach „nur“ SchulVERSUCHE.

Schulen versus Lernorte

Niki Glattauer, ein bekannter Schriftsteller und Lehrer in Wien, zeigte in einem Gespräch mit Stefan Hasenauer den markanten Unterschied zwischen Schulen und Lernorten auf:

In Schulen richte man den Fokus auf Leistung, in Lernorten hingegen auf ein ganzheitliches, nachhaltiges Lernen.

Lernorte der Gemeinschaft sind keinesfalls leistungslos, sie legen ihren Fokus jedoch auf einen wesentlicheren Teil des Lebens: Der Ganzheitlichkeit. Hingegen das Nützlichkeitsprinzip fördert hauptsächlich Leistung, festgelegt durch den zentral vorgegebenen Lehrplan und die subjektiven Anforderungen der Lehrperson. In mathematischem Sinne entspricht dieser der investierten Arbeit in einer bestimmten Zeit. Jener Zeit, die durch die Stunden am Vormittag und der Pflichtschulzeit begrenzt ist. Die erbrachte Leistung wird logischerweise eingeengt, festgelegt durch die zur Verfügung stehende Zeit und den Druck der erwarteten Leistung pro Zeit. Nur die „Besten“ kommen durch, die „Schwachen“ bleiben hinten oder fallen heraus.

Aus Leistung wird die Gesamtheit des Lernens

Was wäre, wenn wir diese Gleichung, an der sich das Nützlichkeitsprinzip der Schulen orientiert, etwas verändern, um sie an unsere Lernorte der Gemeinschaft, die sich nach dem Ganzheitlichkeitsprinzip orientieren, anzupassen?

Leistung wäre dann immer noch die verrichtete Arbeit pro Zeiteinheit. Doch weder soll Zeit bei uns begrenzt sein noch Leistung in unserem Fokus stehen. Dazu müssen wir zuerst Leistung durch die Gesamtheit (Ganzheitlichkeit) des Lernens ersetzen. Anschließend kehren wir die Gleichung um, damit Zeit nicht mehr hemmend wirkt:

Aus [Leistung =Arbeit / Zeit] wird [Arbeit = Gesamtheit des Lernens * Zeit]

Der immense Vorteil

Die entstehende Arbeit (Energie) wird durch das Einbeziehen aller Lernfelder, Lernerfahrungen, Lernimpulse (Gesamtheit des Lernens) bereichert und durch das Zeitnehmen, das Zeitlassen noch weiter gesteigert. Wäre Zeit nicht der hemmende Faktor und Leistung mehr als nur „Lernen nach Vorgabe“, dann hätten wir auf einmal ein Schulsystem, das viel effizienter, viel wertschätzender, viel umfangreicher arbeiten würde.

Nehmen wir die Kraft physikalischer Gesetze und passen sie an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft an. Nützen wir sie um zu heilen, und um das Schulsystem grundauf zu verändern. Steht auf, wenn ihr schon losgestartet seid und lasst es uns wissen!

Schaffen wir die Bedingungen für ganzheitliches Lernen!

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Um mein Wissen bezüglich der Bedingungen unter denen Kindern lernen zu erweitern, bin ich gerade an verschiedenen Lernorten zu Besuch. Dafür habe ich für all jene, welche ihren Lernort neu gestalten möchten, einige nützliche Tipps zusammengetragen. Ganz nach dem Motto „Auch mit kleinen Schritten kommen wir an unser Ziel“ hoffen wir, dass ihr euch auf den Weg macht. Erinnert euch dabei an treue Verbündete, die mit euch gehen!

Folgende Elemente verstärken eine Lernkultur der Gemeinschaft:

  • Vorbereitete, vielfältige Umgebung mit Materialien -> Alle Sinne, Lerntypen, Lernintelligenzen etc. – kurz gesagt die gesamte Persönlichkeit aller Kinder –   soll angesprochen werden. Das Lernen wendet sich von der autoritären Ein-Lehrer-Beziehung ab hin zu einer Beziehung mit den Materialien in Anwesenheit mehrerer Erwachsenen.
  • Das Kind muss sich selbst organisieren -> Der Erwachsene und Lernbegleiter soll präsent sein, aber vorurteilendes Eingreifen unterlassen
  • Lernen braucht Zeit -> 50-Minuten-Einheiten sollten aufgelöst und stattdessen längere, bedarfsorientierte Lernphasen eingerichtet werden
  • Dösen, Schlafen und Ausruhen sind wichtig -> Für die Verarbeitung von Inhalten braucht es unbedingt Ruhephasen, in denen auch „nichts“ gemacht werden darf.
  • Erwachsene sollen Kinder einladen und inspirieren -> Kein Kind soll mit Material „zwangsbeglückt“ werden. Der Lernbegleiter soll inspirierend einladen, Material anbieten und darauf warten, bis das Kind seine eigene Motivation entdeckt.
  • Kinder müssen nicht alles, was man ihnen zeigt, sofort verstehen -> Den Kindern stehen Freiräume zu, in denen sie den Zeitpunkt, die Zeitdauer, den Lernort, die Häufigkeit der Wiederholung, den Spielpartner etc. selbst bestimmen können.
  • Weder belohnen noch tadeln -> Noten, Bewertungen, Prüfungen, Tests, Kontrollen, Schulbücher oder Strafen verhindern echtes, nachhaltiges Lernen. Sie verschieben den selbstständigen Lernwillen des Kindes hin zu einer Erfüllung von Diensten, die von Erwachsenen in den Auftrag gegeben wurden.
  • Kinder experimentieren, entdecken, forschen lassen -> Erst eingreifen, wenn das Kind selbst nach Hilfe ruft oder wenn durch gezielte Beobachtung des Lernbegleiters ein helfender Impuls notwendig wird. Der Prozess sowie die Freude am Lernen sind wichtiger als das Ergebnis.
  • Blick auf das Gelingende -> Kinder nicht korrigieren! Das Kind muss entweder alleine auf den Fehler stoßen oder der Erwachsene senkt die Schwierigkeitsstufe.
  • Es gibt kein Richtig oder Falsch -> Da der Prozess wichtiger ist als das Ergebnis, zählt die Einsicht der Kinder in den Weg des Lernens mehr. Ein „Richtig“ oder „Falsch“ liegt immer im Auge des Betrachters. Verschiedene Betrachter sehen die Situation unterschiedlich, damit sind „Richtig“ oder „Falsch“ unstete Bewertungsmaßnahmen. Die Kommunikation über den Prozess hebt das Gelingende besser hervor.
  • Spielen ist für Kinder von besonderer Bedeutung -> Kinder lernen indem sie spielen. Das Lernen sollte in Spielformen eingebettet sein. Dazu lassen sich viele Lernerfolge in eine spielerische Umgebung packen.
  • Verknüpfungen im Gehirn herstellen -> Dafür braucht es verschiedene Materialien und Zugänge, damit im Kopf neue Bilder entstehen oder bestehende Bilder ersetzt werden. Ziel ist, dass das Kind den Gegenstand wahrhaftig BEGREIFT.
  • Mehrere LernbegleiterInnen stehen für die Kinder bereit -> Das Zeitalter der Einzelkämpfer ist vorbei! Trotz der verbreiteten Tatsache, dass Gelder für zusätzliches Personal knapp sind, sollten zusätzliche Erwachsene am Lernort mitwirken. Das könnten Eltern, Pensionierte, Arbeitslose, Vereine etc., aber auch Jugendliche sein. In einer koedukativen Einrichtung sollte auch stets eine ausbalancierte Mischung weiblicher und männlicher Begleitpersonen präsent sein.
  • Bedeutung und Sinn schaffen -> Know-Why statt Know-How! Die Tätigkeit soll für das Kind eine Bedeutung haben und einen Sinn ergeben.
  • Lange in der konkreten Phase bleiben -> Wir gehen viel, viel, viel zu schnell in die abstrakte Phase. Für die konkrete Phase braucht es Sinnesmaterial sowie andere Materialien zum Spielen und Begreifen.
  • Verschiedene pädagogische Richtungen an einem Lernort vereinen ->  Lernorte, die nur ein alleinstehendes pädagogisches Konzept anbieten, u.a. Montessori, Piaget, Hengstenberg, Wild, Rousseau, O. Fred Donaldson, vergessen auf die Unterschiedlichkeit in den Persönlichkeiten der Kinder. Nicht jedes Kind am Lernort kommt beispielsweise mit montessorischen Lernerfahrungen klar. Deswegen ist ein Angebot mehrerer Konzepte weitaus förderlicher.
  • Jahrgangsdurchmischung -> Stufengetrennten Klassenformen unterdrücken Unterforderte und erdrücken Überforderte. Es soll zu einer Zusammenführung zweier oder mehrerer Stufen kommen, damit ältere und jüngeren Kindern in Gemeinschaft voneinander lernen können.
  • „Original Play“ -> Die Kinder sollen von Herzen spielen. Das ist der Grundstein für demokratische Erziehung. Mehr dazu erfahrt ihr hier.
  • Klassenräte und Schülerparlamente -> Diese braucht es für eine demokratische Erziehung der Kinder. So lernen die Kinder den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen und ausgemachten Vereinbarungen.

Wer sich noch in die Bedeutung der „Vorbereiteten Umgebung“ einlesen möchte, findet unter diesem Link einen aktuellen, vertiefenden Beitrag.

Bei Fragen oder Anregungen stehen wir von den Lernkulturen 3.0 gerne zur Verfügung. Bitte sendet uns dafür eine kurze Anfrage über unser Kontaktformular.