Meine Erfahrungen in der LAIS-Schule Klagenfurt

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Im September 2015 habe mich entschieden, ein Praktikum an der LAIS-Schule in Klagenfurt zu absolvieren. Ich habe dort eine neue Lernkultur kennengelernt, in der Kinder Kinder sein dürfen und sich auch als solche entfalten können. Hier werden die Kinder nicht so gesehen, wie sie einmal sein sollten, sondern so, wie sie in Wirklichkeit sind. Wie es dort so abläuft, möchte ich in einem kurzen Bericht erläutern. Er soll jene Menschen inspirieren, die sich für eine Veränderung unserer Lernkultur einsetzen.

Grundzüge der LAIS-Schule

Die LAIS-Schule bekam schon im Schuljahr 2014/2015 von zahlreichen Leuten Materialien geschenkt, um eine Umgebung zu gestalten, die Kindern ein natürliches Lernen ermöglicht. Diese Form des Lernens soll inmitten der Gesellschaft stattfinden, d.h. viele Bereiche des Lebens sind in den Schulalltag integriert. Native Speaker (Es werden über 10 verschiedene Sprachen gesprochen – von Kindern sowie Erwachsenen), Experten aus verschieden Berufen, Menschen mit Lebenserfahrung, die sogenannten „Elders“ (Austausch zwischen den Generationen) und viele weitere Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Rollen prägen das natürliche Lernen der Kinder.

In den ersten Schulwochen steht das einander Kennenlernen im Vordergrund. Die bereits erfahrenen Kinder nehmen sich der neuen Kindern an und bilden mit mit ihnen altersgemischte Gruppen, denn die Lernerfahrungen werden meist in Gruppen gemacht. Diese Gruppen werden von den Kindern selbstständig gebildet. Diese durchmischen sich im Laufe des Jahres immer wieder von selbst. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass jeder Mensch auf Augenhöhe behandelt wird. Es gibt keine diskriminierenden Unterschiede in der LAIS-Schule. Natürliches Lernen findet immer und überall statt und so kommt es, dass jeder, ob Kind, Lernbegleiter, Praktikant, Koch, Eltern, usw… in der LAIS-Schule mitlernt.

Die Kinder entscheiden über ihren Lernweg

Fragen zu stellen ist ein wesentliches Element des natürlichen Lernens. Über diese Fragen versuchen die Kinder dann anschließend in der Gruppe zu einer Antwort zu kommen. Je nachdem was gebraucht wird, haben die Kinder die Möglichkeit, Experten zu den jeweiligen Bereichen zu organisieren. Ebenso wird auch die Organisation der Nachmittage, an denen Projekte stattfinden, von den Kindern übernommen. So wird den Kindern ermöglicht Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu werden. Jede und jeder in der LAIS-Schule soll die Möglichkeit bekommen sich verwirklichen zu dürfen. Auch die Lernbegleiter sind Lernende.

Ein weiteres Element der LAIS-Schule ist es, natürliches Lernen mit dem Bildungskonzept zu verknüpfen. So ist es auch möglich, dass die Kinder mit Faktoren wie Druck, Stress, Prüfungen und anderen Herausforderungen, die ihnen das Leben bietet, umzugehen. Wichtig ist es zu akzeptieren, dass Kinder anders wahrnehmen und sich zu fragen, was Kinder brauchen. Wenn sie den nötigen Halt bekommen, können Kinder mit Begeisterung und Neugier lernen. Ein Thema wird erst dann aktuell, wenn es von Interesse der Kinder ist. Denn man könne laut Aussagen der Kinder nur mit Begeisterung lernen, da ohne innere Motivation Lernen nicht funktioniere.

Vielfältige Angebote bereichern das Schuljahr

Es finden jeden Tag andere Angebote statt, ob sportlich, musisch, kreativ usw. Gelernt wird nur, was das Kind momentan wünscht oder braucht. Am Vormittag vollzieht sich ein Wechsel zwischen Lernen, Bewegung, Sprache und Kreativität. Jeder im LAIS-Team bringt eine Fülle von Lebenserfahrung mit und versucht diese Erfahrung an die Mitmenschen weiterzugeben. Besonders vorzuheben ist, dass auch die Eltern Teil des Ganzen sind und ebenso am Lernen beteiligt sind. Verantwortung wird in der LAIS-Schule groß geschrieben und so hat auch jede und jeder in der Schule einen Verantwortungsbereich, denn nur so lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Selbst die Räumlichkeiten werden von den Kindern gestaltet, gereinigt und sauber gehalten.

Der Alltag in der LAIS-Schule ist voll mit Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können. Schlussendlich werden durch diese Herausforderungen eine echte Entwicklung und ein selbstbestimmtes Wachsen der kindlichen Persönlichkeit herbeigeführt.

Für mich persönlich ist wiederum ein weiterer Schritt klar geworden, was Kinder zum Entwickeln brauchen:

  • Eine passende Umgebung, in der sie lernen sowie ihre Erfahrungen machen können.

  • Alles was Kinder machen, soll für sie persönlich einen Sinn ergeben und eine Bedeutung für sie persönlich haben, denn erst dann kommt die innere Motivation, mit der sie mit Begeisterung lernen.

  • Es braucht eine der Entwicklung entsprechende Lernatmosphäre.

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