Archiv für den Monat September 2015

Unterstütze unsere Aufklärung

bulb_on-300px

Sag uns, warum du für lernende Gemeinschaften bist. Erzähl uns von deinen Gedanken, welche von neuen Lernkulturen 3.0 zeugen. Nenne uns Beispiele, wie junge und alte Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen.

Geh auf „Unterstütze uns“ und teile deine Gedanken mit uns. Wir werden sie auf unserer Homepage vorstellen, damit sie jeder lesen und weitersagen kann, im Dienste der Aufklärung zu neuen Lernkulturen.

Schule im Aufbruch – haucht Leben in das Schulsystem

Schule im Aufbruch

Ich war dort, am ersten „Schule im Aufbruch“-Tag am 28.2.2014 in Wien. Es kamen über hundert Menschen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz angereist, der Saal war voll. Noch mehr Menschen wollten kommen, doch sie mussten leider auf ein ander Mal warten. Zu groß war das Interesse der Bildungsveränderer, die in Schule im Aufbruch einen großen Hoffnungsschimmer sahen.

Rückblick

Die Initative begann in Deutschland, gegründet von Margret Rasfeld, Gerald Hüther und Stephan Breidenbach. Sie waren bei Kanzlerin Angela Merkel und haben mit ihr über das deutsche Schulsystem und seine negativen Auswirkungen auf die Menschheit gesprochen. Das Gespräch ließ weitere Energien frei. Der Film Alphabet, die Roadshow „Lernlust statt Schulfrust“, das Filmprojekt Augenhöhe, sie alle begleiten die Idee des Wandels unserer Schul- und Arbeitswelt. Schule im Aufbruch spricht von einer „neuen Lernkultur der Potentialentfaltung“.

Einfluss in Österreich

Der erste Schule im Aufbruch-Tag in Wien gab den Anstoß zu Veränderungen in Österreich. Von Wien aus breitete sich der Aufbruch herkömmlicher Schulsysteme nach Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich und Tirol aus. Bald werden auch Salzburg, Vorarlberg und alle weiteren Bundesländer davon in gutem Sinne betroffen sein. Der erste Schule im Aufbruch-Tag in Tirol soll im Herbst 2016 stattfinden. Die Vorbereitungen laufen bald an!

Konkret sehen wir die Veränderungen im Denken bereits in der politischen Handlungsweise: Die bald erscheinende Bildungsreform am 17. November soll einige moderne Verbesserungen, wie autonomere Schulverwaltungen, offenere Lehrpläne und eine gestärkte Elementarpädagogik bieten. Unterstützt wird diese Reform von einer weiteren Bildungsinitative: Neustart Schule der Industriellenvereinigung. Sie beide eint der Wunsch nach Veränderungen im Bildungssystem.

Warum brauchen wir Schule im Aufbruch?

Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir leben inmitten einer noch nie dargewesenen Vielfalt an Lebensformen. Traditionelle Familienstrukturen sind aufgebrochen. Die neuen Medien gestalten unsere Kommunikation mit der Umgebung von Grund auf neu. Die Arbeitswelt erwartet Flexibilität, Teamfähigkeit sowie Selbstständigkeit. Der technische Fortschritt lässt uns leichter und schneller von einem Ort zum anderen reisen. Unterschiedliche Kulturen vermischen sich immer stärker.

Schule im Aufbruch nimmt auf diese Veränderungen Rücksicht. Nicht alle Kinder sollen an einem Lehrplan ausgerichtet werden, sollen dasselbe Wissen in sich aufnehmen, von einer Lehrperson abhängig sein und durch Noten unfair behandelt werden. Nein, jedes einzelne der Kinder soll seine Talente selbst entdecken und in wohltuender Begleitung der Erwachsenen seine Potentiale entfalten dürfen. Wissen wird in dieser Gemeinschaft multipliziert, da jede und jeder etwas anderes lernen darf. Die enge Beziehung der Erwachsenen zu den Kindern ermöglicht intensive Gespräche, gegenseitiges Vertrauen und folgendermaßen eine Stärkung ihrer Persönlichkeit. Die Kinder erkennen Verantwortung für sich und andere aufgrund ihrer Zusammenarbeit in der Gemeinschaft als Teil ihres freien Denken und Handelns.

Kurzum, aus den Kindern werden Erwachsene, die ihre Talente reichlich gefördert haben, sich ihrer Verantwortung in der Gesellschaft bewusst sind und mit anderen auf Augenhöhe denken und handeln.

Wir stehen und gehen inmitten eines kulturellen Wandels

Was kann wichtiger sein, als eine Gemeinschaft von Menschen, in der sich jeder Einzelne auf seinem Weg entwickeln kann, durch die anderen positiv gestärkt wird und die Fähig- und Fertigkeiten anderer Persönlichkeiten wertschätzt? Wir leben im Moment eines großen Wandels: Weg von bürokratisierten, ideologisch verhärteten, verfeindeten Bildungsgesellschaften hin zu freien, verantwortungsvollen, vielfältigen, wertschätzenden Lerngemeinschaften. Schule im Aufbruch ist ein essentieller Teil dieses Wandels.

Strukturen eines optimalen Lernortes

Lernkulturen_3.0

Am Beispiel von der Montessori-Pädagogik wird aufgezeigt, welche Strukturen ein optimaler Lernort aufweisen sollte:

  • Altersgemischte Lerngruppen, in denen mindestens 3 Jahrgänge (1. – 3. Schulstufe und 4. – 6. Schulstufe) oder alle 6 Jahrgänge (1. bis 6. Schulstufe) gemeinsam leben und lernen
  • 1 oder maximal 2 KlassenlehrerInnen, die über eine gediegene Montessori-Ausbildung verfügen (diese kann man in Österreich bei der ÖMG oder international bei der AMI erwerben)
  • eine Vorbereitete Umgebung, die wirklich alle Materialien enthält
  • keine Schulbücher und keine Arbeitsblätter
  • täglich eine ungestörte Arbeitszeit von mindestens 3 vollen Zeitstunden, in denen wirklich freie Wahl der Arbeit herrscht
  • PädagogInnen, die in dieser Arbeitszeit regelmäßig und intensiv Darbietungen geben, also Situationen schaffen, in denen sie Kinder mit Arbeiten und Materialien in Kontakt bringen. Denn die Freiheit der Wahl beginnt nach der Darbietung.
  • keine Hausaufgaben, Schularbeiten, Tests etc.
  • die Kosmische Erziehung als Unterrichtsprinzip
  • von den Kindern organisierte Ausgänge im Rahmen eines Forschungsprojekts – sogenannte „going outs“
  • klare Strukturen für Kinder und Eltern

Diese Strukturen sind ein Vorbild und zeigen, wie ein Lernort strukturiert sein soll, damit sich die Kinder frei nach ihrem eigenen Entwicklungsplan entfalten können und somit zu eigenständigen, selbstbewussten, teamfähigen, engagierten, innovativen sowie lernenden Persönlichkeiten heranwachsen.

Egal ob man das ganzheitliche – natürliche Konzept Montessori, Sudbury, Summerhill, LAIS, Freie Schule, Lernwerkstatt oder anders bezeichnet, im Kern weisen die einzelnen Strömungen überall die selbe Struktur auf. Und das ist jene, die in Zukunft den Erfolg für unsere Gesellschaft bringen wird.

Wie Lernorte weltweit erfolgreich gestaltet werden kann unter dem Menüpunkt Linkspirierung erlebt werden. Einfach mal hineinsehen und sich davon inspirieren lassen.

Weitere für alle geltenden Bedingungen findet man hier.