Archiv für den Monat August 2015

Pädagogik des Herzens

Schwierige Kinder gibt es nicht

Maria Montessori, die man in die Galerie der verehrungswürdigen Persönlichkeiten abgeschoben hat, statt ihre Ideen ernst zu nehmen, schrieb: „Alles, was die Seele des Kindes angeht, beurteilt der Erwachsene nach seinen eigenen Maßstäben, und dies muss zu einem immer größeren Unverständnis führen. Von diesem Blickpunkt aus erschient ihm das Kind als ein leeres Wesen, das es mit etwas anzufüllen berufen ist… als ein Wesen ohne innere Führung, das der Führung durch den Erwachsenen bedarf. Schließlich fühlt sich der Erwachsene als Schöpfer des Kindes und beurteilt Gut und Böse der Handlungen des Kindes nach dessen Beziehungen zu ihm selbst. So wird der Erwachsene zum Maßstab von Gut und Böse ….. und alles im Kinde, was vom Charakter des Erwachsenen abweicht, gilt als Fehler, den der Erwachsene eilends zu korrigieren sucht. Mit einem solchen Verhalten glaubt der Erwachsene, um das Wohl des Kindes eifrig, voll Liebe und Opferbereitschaft besorgt zu sein. In Wirklichkeit löscht er damit die Persönlichkeit des Kindes aus.“

Damit sich jedoch die Persönlichkeit des Kindes entfalten kann, braucht es ein Umdenken in unserer Gesellschaft. Jede und jeder von uns kann mit einem Umdenken hin zu einer Pädagogik des Herzens Vieles für die Entwicklung unserer Kinder beitragen.

Wie das Wort „Transition“ Lernen neu gestalten kann

Transition Network
Transition Network Logo

(Auszug aus Rob Hopkins – Einfach. Jetzt. Machen!)

Transition ist…

… eine Verkörperung der Idee, dass lokales Handeln die Welt verändern kann.
… ein soziales Experiment, welches mittlerweile an Tausenden von Orten in über 40 Ländern der Erde zu finden ist.
… eine praktische Vision einer postfossilen Welt, in der Beziehungen und Kooperationen mehr zählen als Konsum und Konkurrenz.
… ein Modell für kulturellen Wandel, welches konkrete Möglichkeiten und Beispiel aufzeigt, daraus selbst das Beste zu machen.

Transition stellt das gemeinsame Lernen auf frische Beine. Es beginnt mit einem Ruf, der einen Menschen ereilt, der diesen mit weiteren Menschen teilt. Ab diesem Zeitpunkt formt sich eine Gruppe, deren Absicht die Neugestaltung ihrer Umgebung ist. Eine Karte des Transition-Netzwerks zeigt die weltweit initiierten Projekte. Ein Beispiel sei genannt: Der Bristol Pound in Bristol. Ein Video zeigt in 4 Minuten die Besonderheiten auf.

Aus nur Reden mach gemeinsam Lernen

Wir finden unsere Vision in dieser Bewegung wieder. Menschen gehen natürlich aufeinander zu, teilen ihr Wissen und Können mit den anderen, werden zu einer aktiven Gemeinschaft und beeinflussen mit ihren Ideen die Umgebung in positiver Weise. Die gemeinsame Idee und die Arbeit eint die Menschen. Negative Vorurteile anderen gegenüber schwinden und Beziehungen, wo vorher teilweise keine waren, entstehen und tragen zu einer menschlicheren Gesellschaft bei. Das gemeinsame Lernen wird intensiviert und der Alltag neu gestaltet.

Akzeptieren wir Veränderungen und werden Teil von ihr, so kann eine vielfältig lernende Gemeinschaft entstehen, die von Wertschätzung getragen eine Bereicherung für unser Leben darstellt.

Weitere Links:

Schulen, wie wir sie kaum kennen

Das Wort „Schule“, wenn es in einem Gespräch fällt, bringt wahrscheinlich für die meisten von uns ähnliche Gedanken hervor. Wir sehen ein großes Schulgebäude, einige Lehrpersonen, einen Direktor oder eine  Direktorin, lange Gänge und kleine Klassenzimmer, hören eine plötzliche Schulglocke, die erklärenden Worte der Lehrpersonen, den Pausenlärm und vergleichende Gespräche über die vielen Noten. Das herkömmliche Bild einer Schule, wie sie aussieht, wie sie sich anhört, was sie mit uns macht, steckt in vielen von uns drin.

Doch wir finden auch Lernorte, die sich zwar Schulen nennen, die aber auf den ersten Blick gar nicht wie Schulen im herkömmlichen Sinn erscheinen. Dort wird ebenso gelehrt und gelernt, gezeigt und wiederholt, überprüft und aufgestiegen. Sie sindLernorte, die ihren Besuchern Lernfelder anbieten, wie sie es für richtig halten. Je mehr wir suchen, desto mehr dieser Orte finden wir. Das Besondere dabei ist die Viefalt der Möglichkeiten, wie dort Lernen passieren kann. Das eine Bild von Schule, wie wir es üblicherweise kennen, zeigt keinesfalls die einzig wahre Form. Es ist EINE Möglichkeit, EIN Weg. Dieser kann für einen Menschen der richtige sein, muss es aber nicht. Wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch anders ist, bräuchten wir alle einen ganz persönlichen Lernweg. Einen, der auf uns zugeschnitten ist. Und welcher, wenn nicht folgender, ist der Beste für uns alle: Der, für den wir uns selbst entscheiden?

Deswegen finde ich es umso wichtiger, dass wir nach einer Vielfalt an Schulformen und Lernkonzepten streben. Geben wir die Hoffnung für eine Schule, die für alle gelten soll, auf und schöpfen lieber die Kraft aus der heterogenen Gemeinschaft. Wir alle lernen voneinander auf unterschiedliche Arten und wünschen uns Wissen, das wir wissen wollen. Diese Schule, die wie keine ist, die mich auf diesen Artikel gebracht hat, zeigt sich euch in diesem Bild. Klickt es an, es führt euch weiter.

Nizhoni School

Beteilige dich an Lernkulturen 3.0

Lernkulturen_3.0Stehst du für eine Philosophie des Lebens, in der Kinder Kinder und Menschen Menschen sein dürfen? Bist du für eine Beziehungskultur, die die Potentiale eines jeden Kindes im Rahmen einer natürlichen Entwicklung entfaltet? Möchtest du, dass jedes Kind gemäß seinen Begabungen, Talenten und Fähigkeiten heranwächst und sich so wie es ist entwickelt? Willst du in unserer Gesellschaft  eine potentialentfaltende Lernkultur?


Wenn dich diese Punkte ansprechen und dein Herz für eine neue Kultur des Lernens, Aufwachsens und Entwickelns schlägt, dann beteilige dich an Lernkulturen 3.0.

Wie kannst du dich daran beteiligen?

  • Wir benötigen Menschen, die in einer Philosophie des Lebens, wo Kinder Kinder und Menschen Menschen sein dürfen, aufgehen und die Potentiale eines jeden Einzelnen im Rahmen einer natürlichen Entwicklung entfalten  wollen.
  • Wir brauchen Menschen, die den Gedanken einer Beziehungskultur, in der Kinder Kinder und Menschen Menschen sein dürfen, in der Gesellschaft verbreiten. (Über Facebook, Twitter, E-Mail, Newsletter, Werbung, soziale Netzwerke, Gespräche, Vorträge, usw…)
  • Wenn du Lernkulturen 3.0 aktiv mitgestalten möchtest, in Form von Berichten, Videos, Lernorten, neuen Ideen, inspirierenden Personen, Institutionen, usw… oder dich mit uns über unsere und deine Vorstellungen von Lernkulturen 3.0 austauschen möchtest, dann melde dich bei uns über unser Kontaktformular.
  • Wir freuen uns über alle Menschen, die sich bei Lernkulturen 3.0 in konstruktiver Form beteiligen möchten. Denn nur gemeinsam können wir eine Umgebung schaffen, die die Potentiale unserer Kinder entfaltet.

Burnout-Kids: Wie das Prinzip Leistung unsere Kinder überfordert

Burnout-Kids

Kürzlich ist ein Buch mit dem Titel „Burnout-Kids“ erschienen. Ich habe dieses gelesen und sehr interessante Erkenntnisse gewonnen, die zum Nachdenken, über unsere Gesellschaft und deren Anforderungen an unsere Kinder, anregen. „Kinder von heute sind wunderbar. Sie sind aufgeschlossen, zugewandt, sozial kompetent, reflektiert – eine Liste, die sich noch lange weiterführen ließe.“ Aber: „Die Lebenswelten unserer Kinder sind geprägt von einer alle Bereiche durchdringenden Ökonomisierung des Lebens. Alles wird erfasst, gemessen und in Zahlen umgesetzt. Controlling ist das Zauberwort unserer Zeit, nichts entsteht ohne Gegenwert, ohne Gegenleistung. Dieses Prinzip Leistung entfaltet seine Wirkung in allen Lebensbereichen.“ Vor allem in unseren Schulen ist dieses Prinzip stark ausgeprägt. Alles muss in Bezug auf Leistung gemessen, aufgezeichnet und in Noten ausgedrückt werden. Um jedoch die anfangs erwähnten Eigenschaften der Kinder nicht zu verlieren, braucht es ein Umdenken vom Prinzip der Leistung hin zu einer Potentialentfaltenden Lernkultur. Jede und jeder von uns ist hiermit aufgefordert über diese Tatsache nachzudenken. Im Interesse unserer Kinder und der zukünftigen Gesellschaft.