Archiv für den Monat Juni 2015

Infoabend LAIS-Schule

Am 25. Juni 2015 fand in Klagenfurt ein Infoabend über die LAIS-Schule statt. Stefan Hasenauer machte sich auf den Weg nach Kärnten, um die Lern- und Lebenserfahrung des Laising näher kennenzulernen.

Die LAIS-Schule wurde im Herbst 2014 neu eröffnet und bietet ca. 25 Kindern (Schuljahr 2014/2015) eine neue Form des Lernens an. Zu Beginn trafen alle Beteiligten auf eine leere Schule, welche gemeinsam mit den Kindern gestaltet wurde. Die LAIS-Schule bekam von zahlreichen Leuten Materialien, um eine Umgebung zu gestalten, die Kindern ein natürliches Lernen ermöglicht. Diese Form des Lernens soll inmitten der Gesellschaft stattfinden, das heißt viele Bereiche des Lebens sind in den Schulalltag integriert. Native Speaker, Experten aus verschieden Berufen, Menschen mit Lebenserfahrung, die sogenannten „Elders“ (Austausch zwischen den Generationen) und viele mehr prägen das natürliche Lernen der Kinder.
In den ersten Schulwochen steht das einander Kennenlernen im Vordergrund, denn die Lernerfahrungen werden in Gruppen gemacht. Diese Gruppen werden von den Kindern gebildet. Die Gruppen durchmischen sich im Laufe des Jahres immer wieder von selbst. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass jeder Mensch gleich, egal ob Kind oder Erwachsener, angesehen wird. Es gibt diesbezüglich keine Unterschiede in der LAIS-Schule. Natürliches Lernen findet immer und überall statt und so kommt es, dass jeder, ob  Kind, Lernbegleiter, Praktikant, Koch, Eltern, usw… in der LAIS-Schule lernt. Fragen zu stellen ist ein wesentliches Element des natürlichen Lernens. Über diese Frage versuchen die Kinder dann anschließend in der Gruppe zu einer Antwort zu kommen. Je nachdem was gebraucht wird, haben die Kinder die Möglichkeit Experten zu den jeweiligen Bereichen zu organisieren. Jede und jeder in der LAIS-Schule soll die Möglichkeit bekommen sich verwirklichen zu dürfen. Auch die Lernbegleiter sind Lernende.
Ein weiteres Element der LAIS-Schule ist es, natürliches Lernen mit dem Bildungskonzept zu verknüpfen. So ist es auch möglich, dass die Kinder mit Faktoren, wie Druck, Stress, Prüfungen, und anderen Herausforderungen, die ihnen das Leben bietet, umzugehen. Wichtig ist es zu akzeptieren, dass Kinder anders wahrnehmen und sich zu fragen, was Kinder brauchen. Wenn sie den nötigen Halt bekommen, können Kinder mit Begeisterung und Neugier lernen. Man geht erst dann mit dem Thema um, wenn es kommt und von Interesse für die Kinder ist. Denn man könne laut Aussagen der Kinder nur mit Begeisterung lernen, denn ohne innere Motivation funktioniere Lernen nicht. Es finden jeden Tag andere Angebote statt, ob sportlich, musisch, kreativ, usw. und es wird das gelernt, was man braucht. Jeder im LAIS-Team bringt eine Fülle von Lebenserfahrung mit und versucht diese Erfahrung an die Mitmenschen weiterzugeben. Besonders vorzuheben ist, dass auch die Eltern Teil des Ganzen sind und ebenso am Lernen beteiligt sind. Verantwortung wird in der LAIS-Schule groß geschrieben und so hat auch jede und jeder in der Schule einen Verantwortungsbereich, denn nur so kann gelernt werden, wie man Verantwortung übernehmen kann.

Die LAIS-Schule hat sich zum Ziel gesetzt eine kinder-autonome Schule zu kreieren und LAISing in die Regelschule zu integrieren. Wer Lust bekommen hat und mehr über das LAISING bzw. die LAIS-Schule erfahren will, kann sich unter den folgenden Links bezüglich dem Konzept und der Struktur näher informieren.

_LAIS_Konzept_25.05

http://www.laisschule.at/

http://www.lais-institut.at/

Die mündige Schule: Buntbuch Schulautonomie

Die mündige Schule„Die mündige Schule: Buntbuch Schulautonomie“ ist eine Veröffentlichung der überparteilichen Bildungsinitiative „Talente blühen“. Die Herausgeber sind Matthias Strolz und Michal Unger. Geschrieben wurde dieses Buch von der Vielfalt an Menschen in und außerhalb von Österreich, die sich alle dem Thema „Schulautonomie“ widmeten. Personen der Schulgemeinschaft, des Expertentums sowie der Politik zeigen die Vor- und Nachteile der Schulautonomie kritisch konstruktiv auf und bieten Verbesserungen für das österreichische Bildungssystem an.

Lernorte, an denen sich die Menschen natürlich entwicklen dürfen, benötigen eine hohe Ausprägung an Schulautonomie. Wenn nicht vor Ort bestimmt werden dürfte, wer mit welcher Ausbildung dort arbeitet, wie und wo das Geld eingesetzt wird und vor allem wie der pädagogische Umgang mit den SchülerInnen stattfindet, dann würden diese Lernorte in die personelle, finanzielle und pädagogische Abhängigkeit von entfernten Schulaufsichtsbehörden gedrängt werden. Von einer „natürlichen Entwicklung“, welche die Potentiale jedes einzelnen Kindes hebt, wäre sehr schnell keine Rede mehr, sollten beispielsweise Lehrplanpläne zwanghaft erfüllt, Geld für fremdbestimmte Zwecke ausgegeben, Ziffernnoten vergeben oder veränderungsunwillige PädagogInnen aufgenommen werden müssen.

Das Buntbuch Schulautonomie lässt sich unter http://www.talentebluehen.at/buntbuch/ erwerben.